Kathryn Lasky: Die Legende der Wächter. Die Entführung

Die Legende der Wächter. Die Entführung

Verlag: Ravensburger Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Jugendroman
ISBN-13 978-3-473-36807-5

Preis: 14,95 Euro bei Amazon.de [Stand: 02. Dezember 2016]
Preisvergleich bei buecher24.de
In der Schleiereulen-Familie Alba weiß jedes Eulenkind, was von ihm erwartet wird. Im Alter eines Ästlings soll sich eine Jungeule aus der sicheren Höhle auf einen Ast wagen und mit 2 Jahren sollte sie fliegen können und das elterliche Nest verlassen. Mit strengen Regeln wollen alle Euleneltern im Wald von Tyto ihre Brut schützen; denn sie sind vom Verschwinden von Eiern und Küken beunruhigt. Nur kurze Zeit nachdem Eglantine, das langersehnte dritte Kind von Marella und Noctus Alba ihre Eischale gesprengt hat, fällt ihr Bruder Soren aus dem Nest und wird augenblicklich von einer älteren Eule geraubt. Obwohl Soren noch Eltern hat, soll er im Eulenwaisen-Internat Sankt Ägolius zu einem gehorsamen Eulensklaven umerzogen werden. Gylfie, die kleine Elfenkäuzin, wurde sogar aus dem Wüstenkönigreich Kuneer in die Steinschluchten von Ägolius verschleppt. Unter Aufsicht von Tante Finny müssen die gekidnappten Eulen schnellstens wieder verlernen, was sie von ihren Eltern übernommen haben. Streng verboten sind alle Fragen; denn Fragenstellen ist nach Meinung der Herrschenden ein Zeichen von geistiger Maßlosigkeit.

Nachdem die Zöglinge im Mondlicht mondwirr gemacht wurden, können sie Wirklichkeit und Täuschung nicht mehr unterscheiden. Das Eulen-Waisenhaus ist organisiert wie ein Arbeitslager; geherrscht und befohlen wird mit den Sprachhülsen totalitärer Regimes. Im Akkord müssen Gewölle gezupft und Eier gewendet werden. Gylfie schmiedet Fluchtpläne. Sie sammelt so viele Informationen über Ägolius wie möglich und ist besonders interessiert, für welche Schlachten hier Krampfkrallen gelagert und gewartet werden. Die zierliche Elfenkäuzin will verhindern, dass Soren und sie ebenfalls ihr Urteilsvermögen verlieren und sich Eulen außerhalb des Lagers entfremden. Gylfie stammt aus einer anderen Eulen-Kultur; in der Wüste sind kränkende Bemerkungen über Aussehen und Größe anderer nicht üblich. Soren hat in Gylfie eine überaus kritische und mutige Gefährtin gefunden. Doch bevor an eine Flucht aus Ägolius auch nur zu denken ist, müssen die beiden Eulenkinder sich selbst das Fliegen beibringen. Gylfie erinnert sich aus Kuneer an einen wichtigen Rat zum Fliegenlernen: Zum Fliegen braucht man keine bestimmte Größe, kein bestimmtes Alter, sondern Selbstbewustsein.

Ihre Begegnung mit dem etwas ungehobelten Bartkauz Morgengrau auf der Flucht (auch er ist aus Ägloius geflüchtet) führt die jungen Eulen auf eine Mission, von der wir noch nicht wissen, ob sie Eltern und Kinder wieder zusammenführen kann. Stärkstes Band ist im Moment der Bund geraubter Eulenkinder.

Kathryn Lasky vermittelt mit ihrer Fantasy-Handlung sehr geschickt die Bedürfnisse von Eulenvögeln. Die eulische Kultur mit ihrer typischen Sprache, in der eine Blindschlange bei Albas als Nesthälterin die Eulenhöhle in Ordnung hält, sind der Autorin hinreißend gelungen. Indem sie Soren daran zweifeln lässt, ob in Ägolius tatsächlich Eulen ausgebildet werden, die in freier Wildbahn leben können, lenkt Lasky unsere Aufmerksamkeit auf das Vorbild der Eltern für die Entwicklung junger Eulen. Wie sich eine Diktatur an der Macht hält, indem sie ihre Bürger von Informationen abschneidet, wird am Beispiel des Systems Ägolius verblüffend eindringlich gezeigt. Die im Temperament so unterschiedlichen Eulenkinder Soren und Gylfie bieten jungen Lesern ideale Identifikationsmöglichkeiten
Fazit
Mit dem ersten Teil ihrer dreibändigen Reihe Die Legende der Wächter ist Kathryn Lasky derAuftakt zu einer glaubwürdigen Fantasywelt gelungen, in der den jungen Helden noch aufregende Abenteuer bevorstehen. Empfohlen ab 10 Jahren.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
Weitere Rezensionen zu Büchern von Kathryn Lasky:
Der Clan der Wölfe. 1. Donnerherz

weitere Rezension zu diesem Buch schreiben
Rezension als PDF-Datei speichern
Direkt verlinken: http://www.buchtips.net/rez5248.htm

Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 13. Februar 2011

Buchtips.net 2002 - 2016  |  Kontakt  |  Impressum