Andreas Schnell: Neue Ufer

Neue Ufer

Verlag: 13Mann [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Fantasy
ISBN-13 978-3-941420-81-6

Preis: 9,95 Euro bei Amazon.de [Stand: 10. Dezember 2016]
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Mit "Neue Ufer" ist ein Roman erschienen, den man zwischen Fantasy und Science-Fiction ansiedeln kann. Es handelt sich dabei um eine Geschichte, die im Jahre 2200 spielt und auf der uns bekannten Welt zuhause ist. Allerdings hat sich vieles verändert, so das man als Leser auch das Gefühl haben kann auf einem fremden Planeten zuhause zu sein. Mutationen haben das Antlitz der Erde grundlegend verändert. Die Natur ist übermächtig geworden und der Mensch ist nun selbst zur bedrohten Art geworden. Viele Tiere sind intelligenter als Menschen und vielerorts bedecken dichte Urwälder, Steppen oder Wüsten das Bild. Städte, bis auf eine, gibt es nicht mehr und die Menschen wurden durch eine weitere Katastrophe, größtenteils hunderte von Jahren zurückgeschleudert.

Vielleicht kommt Andreas Schnell mit diesem Roman ein paar Jahre zu spät, denn die Welle an Filmen und Büchern die Endzeit zum Thema haben, nimmt gerade wieder aber. Erfreulicherweise spielt "Neue Ufer" jedoch nur am Rande in dieser Liga mit. Die Erde und die Umwelt muten zwar endzeitlich an und verströmen ein phantastisches Flair, doch eigentlich handelt es sich bei dem Roman in erster Linie um eine Geschichte, die die Charakterentwicklung des Hauptdarstellers in den Vordergrund zieht.

Lennard Harada, ein Mensch der über besondere Fähigkeiten verfügt (Telekinese und Telepathie) lag zehn Jahre im Koma. Vor seinem Koma, dessen Grund er im Laufe der Geschichte zu ergründen versucht, war die Welt schon durch Mutationen verändert, doch erst während seines Komas trat die zweite Katastrophe ein, wobei es sich im Übrigen um die Zerstörung des Mondes handelt. Somit muss er nach seinem erwachen erkennen, dass sich so ziemlich alles verändert hat, was er vorher als bekannt oder vertraut betrachtet hat. Er erwacht in einem Krankenhaus in Hirohito City, der einzigen verbliebenen Stadt der Welt. Es handelt sich dabei um eine Art Biosphäre irgendwo in Asien. Die Menschen die hier leben waren zum Teil schon seit zehn Jahren nicht mehr vor den schwer bewachten Toren der Stadt. Kurz nach seinem erwachen muss Lennard ebenfalls feststellen, dass ihn jemand lieber tot sehen würde und er kann nicht anders als zu fliehen. Während seiner Reise, die im klassischen Sinne an ein Abenteuer erinnert, schließen sich ihm mehrere Menschen an. So zum Beispiel die Krankenschwester Jenny, welche sich in Lennard verliebt, der Raufbold Marek, der im Laufe der Geschichte eine enge Freundschaft zu Lennard schließt oder der findige Artie, der über ähnliche Kräfte wie der Protagonist verfügt. Sie stellen in der Geschichte eine illustere Gruppe, welche durch innere Konflikte aber auch Gefahren von außen auf die Probe gestellt wird. Dabei muss gesagt werden, dass es in "Neue Ufer" alles andere als zimperlich zugeht. Es gibt zahlreiche Kämpfe, die recht detailliert beschrieben werden. In meinen Augen überschreitet dies hin und wieder die Grenzen des guten Geschmacks aber zumindest kommen Freunde der plastischen Schilderungen auf ihre Kosten.

Es gibt mehrere Faktoren die "Neue Ufer" antreibt. Zum einen die schon beschriebene Charakterentwicklung der Haupt- und Nebenakteure. Lennard ist sehr schön und greifbar beschrieben, es gibt jedoch einige Charaktere die die Handlung nur in sehr geringem Maße vorantreiben, jedoch trotzdem recht intensiv beschrieben werden. Hierdurch wird an einigen Stellen Tempo aus dem Roman genommen, der ansonsten über weite Strecken durch die raschen Szenenwechsel zu überzeugen weiß. Die Handlungsstränge, von denen die meisten am Ende zu einem gemeinsamen Ende führen, sind gut ausgearbeitet und es macht Spaß die Eigenheiten der einzelnen Charaktere herauszufinden. Zum anderen ist es die plastische Beschreibung der Umwelt, durch die man sich in die Welt im Jahre 2200 hineingezogen fühlt. Beschreibungen dieser Art sind nie sonderlich langatmig in "Neue Ufer", schaffen es jedoch dem Leser einen guten Eindruck zu vermitteln.
Fazit
"Neue Ufer" ist ein durchweg guter Roman, der an einigen Stellen allerdings ein besseres Lektorat verdient hätte. Es gibt einige Fehler die unangenehm auffallen, doch im Großen und Ganzen ist man mit dem Roman gut bedient, wenn man auf Cross-Genre Geschichten steht. Sci-Fi gemischt mit Fantasy und Endzeit. Auf jeden Fall ein lesenswertes Erlebnis, dass leider nur knapp 300 Seiten anhält. Das Ende lässt jedoch darauf hoffen, dass ein zweiter Teil in Arbeit ist.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Daria [Profil]
veröffentlicht am 24. Januar 2010

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