Peter Schwindt: Morland. Die Blume des Bösen

Morland. Die Blume des Bösen

Verlag: Ravensburger Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Fantasy
ISBN-13 978-3-473-35312-5

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Drei Jugendliche mit übernatürlichen Fähigkeiten ergründen im zweiten Band der Morland-Trilogie, mit welchen Mitteln die Magier-Gruppe der Eskatay den Kampf um die Weltherrschaft führt. Hakon, Tess und York, die durch ihre besonderen Fähigkeiten als Angehörige der Gist gelten, waren von ihren leiblichen Eltern zu ihrem eigenen Schutz in Adoptivfamilien gegeben worden. Auf unterschiedlichen Wegen versuchen die drei nun, mehr über ihre Herkunft zu erfahren. Hakon und York marschieren mit zwei erwachsen Begleitern in Richtung auf Yorks Geburtsort Horvik. Die Wanderertruppe durchquert auf ihrem Weg ein lebensfeindliches Niemandsland, das mit einem Stoff kontaminiert ist, der die vier körperlich schwächt. Auch an anderer Stelle leiden Morlands Bewohner an Symptomen der "Koroba". Morlands Präsident Begarell will die Schwächung der Menschen durch die Krankheit nutzen, um möglichst viele Nachbarstaaten unter seinen Einfluss zu bringen

Der Wissenschaftler Jan Mersbeck arbeitet in der Forschungsstation Nr. 11, einer Ideenschmiede, die äußerlich wirkt wie ein harmloser landwirtschaftlicher Betrieb. Ziel von Mersbecks Forschungen ist es, eine Lücke von 200 Jahren im technischen Wissen zu schließen und durch Forschungsprojekte dem eklatanten Rohstoffmangel in Morland entgegen zu wirken. Auch Mersbeck sorgt sich wegen der neuen Krankheit, die die Morländer schwächt. Grund der Krankheit könnte ein Fund in einer vom Militär mit Zwangsarbeitern betriebenen Ausgrabungsstätte sein, der nach dem Wissensstand der Leser von heute strahlt. Lange nach unserer Zeitrechnung bewohnen Mersbeck und seine Zeitgenossen einen von vergangenen Generationen geplünderten Planeten. Wissenschaftler versuchen aus den wenigen Funden, die die Zwangsarbeiter bergen können, verloren gegangene Technologien vergangener Generationen zu rekonstruieren. Die Energiequellen sind weitgehend ausgeschöpft, die Entwicklung alternativer Energiequellen außer Kohle und Gas steckt noch in den Kinderschuhen. Die Welt-Bevölkerung zu Mersbecks Zeit beträgt nur noch 20 Millionen Menschen; die Menschheit steht kurz vor dem Aussterben. Das Land befindet sich in einer ausweglosen Situation, weil seit 15 Jahren außer den drei jungen Magiern keine Kinder geboren wurden. Nur weil eine mit Gewalt durchgesetzte Zwei-Klassengesellschaft allein einer kleinen Elite die Teilhabe am technischen Fortschritt gewährt, existiert Morland überhaupt noch. Mersbeck, der seine Zugehörigkeit zu den Eskatay sorgfältig geheim hält, zweifelt inzwischen, ob diese Gruppe wirklich anderen Menschen überlegen ist. Dennoch verfolgt Mersbeck zielstrebig die Züchtung einer geheimnisvollen Pflanze, die die Herrschaft der Eskatay sichern helfen soll.

Der Polizist Hagen Lennart will in Lorrick seine Töchter befreien, die von den Eskatay entführt wurden. In der Hauptstadt Morlands herrscht der Ausnahmezustand; die Einwohner sind durch Razzien des Militärs eingeschüchtert. Lennart wird verhaftet und zum politischen Häftling erklärt. Im Gefängnis nimmt einer der beiden dort um die Herrschaft konkurrierenden Boxer-Vereine Lennart in die Bruderschaft auf. Die Bruderschaft will sich mit den Polizeikräften gegen die Eskatay verbünden.

Tess, die im ersten Band aus dem Waisenhaus flüchtete, findet Unterschlupf bei der blinden Nora, die wie Tess zu den Gist zählt. Nora rät Tess, das Klarträumen zu trainieren. In ihren Träumen könne Tess herausfinden, was mit ihren Eltern geschehen sei und sich mit anderen Gist treffen. Tess soll ihre magischen Fähigkeiten beherrschen lernen und Kontakt zur Widerstandsbewegung "Armee der Morgenröte" suchen. Tess begibt sich in ihren Träumen an einen sehr gefährlichen Zufluchtsort und erfährt dort, warum die Gist im Untergrund leben. Die junge Magierin wird sich klar darüber, dass die Menschheit nur gerettet werden kann, wenn die Spaltung zwischen Eskatay und Gist überwunden wird.

Band 1: Morland. Die Rückkehr der Eskatay
Band 3: Morland. Das Vermächtnis der Magier
Fazit
Im zweiten Band der Trilogie verhalten sich drei abenteuerlustige Jugendliche, wie man es von ihrer Geschlechtsrolle erwartet. Die beiden Jungen begeben sich ohne Rücksicht auf ihre Gesundheit auf einen abenteuerlichen Marsch durch lebensfeindliches Gelände. Tess, das einzige Mädchen des Triumvirats, fällt die Aufgabe des Ermittelns und Analysierens zu. In die Handlung des zweiten Bandes der Morland-Trilogie kann man sich als Leser problemlos hinein finden. Peter Schwindt verknüpft fesselnd die Abenteuer seiner jugendlichen und erwachsenen Protagonisten und hat mich wieder mit seiner akribischen Beschreibung des technischen Wissenstands zu Zeiten Morlands begeistert. Der sehr dramatische Schluss enttäuscht leider durch seine sprachliche Schwäche.

Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 02. Dezember 2009

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