Renate Günzel-Horatz: www.penthesilea-projekt.de

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Verlag: Fischer Taschenbuchverlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Jugendroman
ISBN-13 978-3-596-80540-2

Preis: 0,47 Euro bei Amazon.de [Stand: 07. Dezember 2016]
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Anna Frederes Nickname lautet Penthesilea. Im Chat kann 17-Jährige ihr bedrückendes Leben für kurze Zeit vergessen. Annas Mutter Annemarie hat eine bipolare Störung, sie ist manisch-depressiv. Anna hat die Hochs und Tiefs der Krankheit miterlebt und fürchtet nun, dass ihre Mutter den Arbeitsplatz verlieren wird. Geld war schon immer knapp, doch wie sollen Mutter und Tochter dann zurechtkommen? Ihrem Klassenlehrer zu erklären, warum sie die Ski-Reise ihrer Klasse nach Oberstdorf nicht bezahlen kann, dazu hat Anna nun wirklich keinen Nerv. Anna braucht sofort einen Job, um die Fahrt bezahlen zu können; das Problem der Ski-Klamotten wird sich später lösen lassen.

In einem Chat-Raum mit der Bezeichnung "Hilfe" trifft Anna den Teilnehmer "nonverbal" - stets hilfsbereit, immer gut informiert, auch über Annas Schulstoff. Nonverbal scheint 16 Stunden am Tag online zu sein. Anna hat sich stets an die Tipps zum sicheren Chatten gehalten, die eine andere Teilnehmerin ihr gegeben hatte. Nonverbal weiß deutlich mehr über Anna, als sie im Chat von sich preisgeben hat. Sie ist beunruhigt: sollte nonverbal sie zufällig persönlich kennen? Und wenn es so wäre, wer ist ihr geduldiger Berater aus dem Chat? Aus nonverbals Beiträgen hatte Anna geglaubt, seine Persönlichkeit einschätzen zu können. Auch der Teilnehmer darkangel mit seinen düsteren Andeutungen scheint mehr von Anna zu wissen, als ihr lieb ist. In Annas wirklichem Leben gibt es den zuverlässigen Jonas, Sohn ihres Klassenlehrers, Wolli, der anscheinend ein Problem mit Nähe hat und ihre Lieblings-Cousine Feli, die bisher noch in jeder Situation Rat wusste. Nachdem es während der Klassenfahrt zu einem üblen Vorfall gekommen war, laufen nach der Rückkehr der Klasse reale und virtuelle Beziehungen völlig aus dem Ruder.

Das Penthesilea-Projekt ist eine Gemeinschaftsarbeit der Autorin zusammen mit vierzehn Schülern. Penthesilea-Projekt
Fazit
Die Leser des Penthesilea-Projekts stolpern über eine auffällige Häufung von Zufällen und entdecken, dass zur Entstehungszeit des Projekts Chatten weniger alltäglich gewesen sein muss als im Erscheinungsjahr des Buches. Annas virtuelle und reale Verwicklung in Liebe, Freundschaft und Eifersucht wird fesselnd geschildert, die vielen unterschiedlichen Charaktere des Buches sind glaubwürdig und differenziert dargestellt. Wie das Autorenteam das Spiel mit virtuellen Identitäten aus unterschiedlichen Perspektiven darstellt, finde ich außergewöhnlich spannend.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne

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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 23. August 2007

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