Elmar Theveßen: Die Bush-Bilanz

Die Bush-Bilanz

Verlag: Droemer Knaur [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Politik
ISBN-13 978-3-426-27327-2

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Unter den zahlreichen Titeln, die sich zur Zeit auf dem deutschen Buchmarkt kritisch mit der Innen- und Außenpolitik des 43. US-Präsidenten auseinandersetzen, ragt der vorliegende Band von Elmar Theveßen, Terrorismusexperte und Nachrichtenleiter des ZDF, wohltuend hervor.
Ähnlich wie David Corns "Die Lügen des George W. Bush" analysiert Theweßen äußerst kritisch die Bilanz des US-Präsidenten, wobei er Innen-, Außen- und Wirtschaftspolitik gleichermaßen kritisch analysiert.

Beginnend mit dem innerparteilichen Vorwahlkampf gegen John McCayn im Jahre 2000 bis hin zur gescheiterten Irak-Politik analysiert Theweßen treffend, dass der angeblich "ehrliche" US-Präsident seine Karriere aufgrund falscher Versprechungen und Lügen aufgebaut hat. "Drei Jahre nach seinem Amtsantritt lässt sich mit Sicherheit sagen, dass der 43. Präsident der USA nicht aus purem Versehen oder schuldloser Unerfahrenheit in das eine oder andere Fettnäpchen getreten ist. George W. Bush wollte Amerika verändern, und er wollte auch die Welt verändern, als er sein Amt antrat." (S.10). Innenpolitisch wolle der Präsident eine Rückkehr zu alten tugenden wie Fleiß, Leistungsbereitschaft, Anstand, Sittenstrenge und Frömmigkeit predigen, wobei Amtsvorgänger Bill Clinton für den Verfall der Sitten verantwortlich sei. Außenpolitisch sei es Bush und seinem Team daraum gegangen, zu alter Stärke zurückzukehren und sich nicht mehr von "Schurkenstaaten" auf der Nase herumtanzen zu lassen. Man wollte sich nicht knebeln lassen von internationalen Vereinbarungen oder dem "Debattierclub" der UN. "George Bush war keine drei Tage vereidigt, da begann er schon, Versprechen...zu brechen. Er beschenkte das reiche Amerika mit großzügigen Steuererleichterungen und leitete einen Kurswechsel in zahlreichen innenpolitischen Fragen ein, der mit dem "mitfühlenden Konservatismus"... [den er im Wahlkampf 2000 proklamiert hatte; B.N.] in en Wahlkampfslogans wenig zu tun hatte. Dabei bauten Bush und sein Team ihre Politik auf einem rücksichtslosen Umgang mit der Wahrheit auf. Die Versprechungen eines neuen Anstands im Weißen Haus gigen unter im Sumpf einer Doppelmoral bei den Themen Steuern, Energie, Umweltschutz und Biotechnologie. Auch in der Außenpolitik war Arroganz von Anfang an das dominierende Motiv der neuen Administration. Dabei zerstörte die Bush-Regierung vieles von dem, was ihre Vorgänge über Jahrzehnte hinweg in mühsamer Kleinarbeit im internationalen Konsens aufgebaut hatten...Genau in diese Politik hinein platzte der 11. September 2001. Die Terroranschläge von New York und Washington mögen an einigen inhaltihen Schwerpunkten der amerikanischen Außenpolitik Veränderungen bewirkt haben, am Politikstil änderten sie eingentlich nichts. Ja, es lässt sich sogar der Nachweis führen, dass der Angriff auf Amerika viele Entwicklungen, die längst im Gange waren, lediglich verschärft hat." (S.10/11).

Die hier präsentierten Thesen sind nicht neu, werden jedoch anhand zahlreicher Quellen belegt und die Kritik bleibt immer sachlich. Auch sekundäre Quellen wurden immer überprüft und verifiziert. "Dieses Buch ist kritisch, hart an einigen Stellen, aber hoffentlich immer fair, weil alle Vorwürfe durch Fakten untermauert werden." Diesen Anspruch hat Theweßen in hervorragender Weise eingelöst und daher ist dieses Buch anderen Büchern, die polemisch, einseitig oder mit zweifelhaften Quellen operieren, eindeutig überlegen.
Fazit
Für mich daher das beste Buch über Politik und (katastrophale) Bilanz der Politik Bushs. Der Bilanz Theweßens: "Insgesamt ist die Präsidentschaft des Texaners gescheitert, in einer noch dramatischeren Form als die seines Vaters" (S. 15) kann der Autor aufgrund seiner akribischen Arbeit überzeugend belegen. Unbedingt lesenswert. Als nützliche Ergänzung zu dem Thema sei empfohlen: "Die Lügen des George W. Bush" von David Corn.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne

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Vorgeschlagen von Bernhard Nowak [Profil]
veröffentlicht am 21. Mai 2004

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