Erich Maria Remarque: Die Nacht von Lissabon

Die Nacht von Lissabon

Verlag: Kiepenheuer & Witsch [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: klassische Literatur
ISBN-13 978-3-462-01896-7

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
1942, Zweiter Weltkrieg, Fluchtpunkt Lissabon: Es ist früher Abend und im Hafen kommt es zu einem konspirativen Treffen zwischen einem Mann und einem jungen Paar. Es wird ein Handel vereinbart; zwei Tickets für eine Schiffspassage nach Amerika. Der Preis ist sonderbar, ungewöhnlich und geheimnisvoll: Zeit für das Anhören einer Geschichte, die sonst verloren ging.

Es ist die Geschichte eines Liebespaars und sie beginnt drei Jahre vorher, 1939. In Deutschland nicht mehr sicher, beschließt das Paar die Abreise. In Krisenzeiten sind Reisen keine Reisen, sondern sie heißen Flucht. Wer flieht wählt nicht die kürzeste Strecke von A nach B, sondern schlägt Haken wie ein Hase, den der Fuchs verfolgt. Die dreijährige Flucht ist auch eine Reise in die Vergangenheit des Paares, schildert ihre Liebe mit Höhen und Tiefen.

So verweben sich zwei Geschichten in die eine des Erzählers. Doch eine dritte Geschichte schleicht sich ein. Anfangs kaum bemerkt, geisterhaft greift etwas, vor dem keiner fliehen kann, nach der Liebe dieses Paares. Zunächst nur das Geheimnis der Frau, wird es auch dem Mann bewusst, die Flucht ist umsonst. Die Frau hat Krebs und anders als die sichtbaren Häscher des Krieges ist dieser Feind unter der Haut in den Organen und verrichtet dort sein tödliches Werk.

Der Umgang der Liebenden ist nicht frei von Lug und Trug, aber es ist die Liebe, die dies rechtfertigt. Die schonen will und die doch nicht schonen kann. Die Geschichte endet friedlich, wie ein Impuls, wenn eine Billardkugel eine andere berührt, diese sich fortbewegt und die erste stehen bleibt.
Fazit
Dem Erfolgsautor Erich Maria Remarque von Im Westen nichts Neues, ist mit diesem Roman eine einfühlsame Liebes- und Lebensgeschichte gelungen, die kaum einen Leser unberührt lässt. Es ist ein Stück Geschichte, ein gutes Stück Mensch sein und ein großes Stück Liebe zu einem neuen Ganzen verarbeitet worden. Die Mächtigkeit im Umgang mit der Sprache zeigt den wahren Schriftsteller.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne
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Vorgeschlagen von Lothar Hitzges [Profil]
veröffentlicht am 20. März 2004

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