Florian Fisch: Wissenschaftlich erwiesen

Wissenschaftlich erwiesen

Verlag: Wiley-VHC [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Sachbuch
ISBN-13 978-3-527-33886-3

Preis: 24,90 Euro bei Amazon.de [Stand: 04. Dezember 2016]
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Was alles nur scheinbar erwiesen ist…..

"Die Menge des verbrauchten Wassers wird auf den letzten Cent abgerechnet und daneben geben wir ein Vielfaches dafür aus, einen magischen Apparat zur Vitalisierung des Wassers zu installieren".

Darin sieht Fisch das Symptom eines Grundproblems von Erziehung und schulischer Bildung. Die Frage, wie wir Wahrheit überhaupt erkennen spielt in der Bildung keine sonderlich große Rolle. Was bedeutet, dass es jedem "dahergelaufen Guru" durchaus möglich ist, die Menschen, auch in großen Mengen, um den Finger zu wickeln. Vor allem, wenn behauptet wird: "Das ist wissenschaftlich erwiesen". Behauptet von Sekten, Konzernen, in der Werbung und vor allem eben überall da, wo etwas verkauft und / oder an den Mann, die Frau gebracht werden soll. Dabei sind es eben nicht die "unglaublich neuen Erkenntnisse und Theorien", die einen Weg durch den Dschungel der Behauptungen bahnen könnte, sondern eher die (nicht immer einfachen) "langweiligen Theorien", über die meist ein breiter Konsens in den "echten" Wissenschaften besteht.

Genau dieser Konsens ist es, den Fisch als Wegweiser durch das Dickicht vermeintlicher Gütesiegel eines "wissenschaftlich erwiesen" dem Leser ans Herz legt. Auch wenn das Prüfung und eigenständige Denkarbeit fordert, bietet der wissenschaftliche Konsens zunächst für den Moment den "besten Zugang zur Wahrheit, den wir haben". Was Fisch im folgenden an vielen Themen nachvollzieht. Und dabei ein nachdenkliches Staunen alleine schon darüber auslöst, in wie vielen Bereichen es tatsächlich bereits einen Konsens gibt, der im allgemeinen nicht breit bekannt ist und dem "gesunden Menschenverstand" oder dem "Gefühl", der "Intuition" meist zugeordnet werden. Mit den Folgen, anfällig zu werden für auch wildeste Behauptungen.

Seien es "große Themen" wie die Entzauberung der ständigen und beharrlichen Leugner des Klimawandels (die gegen einen umfassenden Konsens der Wissenschaft immer noch massiv aus Eigeninteressen argumentieren., Oder weil sie es nicht wissen wollen, um den eigenen Lebensstil nicht in Frage zu stellen) bis hin zu "kleinen Themen" wie die Frage, ob der Genuss von Rotwein tatsächlich das Leben verlängern kann.(nicht erwiesen, wohl aber die Schädlichkeit von zu viel Alkoholkonsum).

Dies mag ein lässliches Beispiel sein, aber in Fragen der Ursachen von Aids, der Behandlung von Krebs, der Gefährlichkeit ungeprüfter pharmazeutischer Mittel wäre eine tiefere Auseinandersetzung mit dem wissenschaftlichen Konsens und damit der Suche nach einer möglichst objektiven Wahrheit tatsächlich lebensverlängernd und gesundheitsfördernd. "Wahrheit ist gesund", das ist, was Fisch als Thema über seine Darlegungen stellt und was der Leser nach der Lektüre dieser auch unterhaltsam verfassten Recherche zur Wahrheit hinter den vielen Behauptungen zumindest im Ansatz dann auch erfasst hat.

"Wenn Sie hart und intelligent arbeiten, sollte es Ihnen möglich sein, festzustellen, wenn ein Mensch Mist erzählt. Dies ist meines Erachtens nach die Hauptaufgabe der Bildung" (John Smith).

Damit man nicht weiter in die Falle tappt entweder derer, die aus Eigennutz wilde Behauptungen aufstellen oder einem überholten Weltbild aus vielleicht Glaubensgründen weiterhin anhängt. Wie Fisch am Beispiel der Evolution und der Schöpfungsgeschichte der Bibel unmissverständlich aufzeigt und damit auch "Kreationisten" widerlegt.
Fazit
Eine sehr interessante und anregend zu lesende Lektüre.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 02. Oktober 2016

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