Wadim Schefner: Bescheidene Genies

Bescheidene Genies

Verlag: Suhrkamp Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-518-38204-2

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
In fünf Erzählungen berichtet Wadim Schefner über Menschen mit erstaunlichen Begabungen und ihren Schwierigkeiten im normalen Leben ihren Platz zu finden.

Die erste Geschichte berichtet von einem talentierten jungen Mann, dessen Erfindungen und Entdeckungen zwar genial zu sein scheinen, aber von der Öffentlichkeit und Obrigkeit als wertlos missachtet werden. Zudem heiratet er die falsche Frau und verschmäht zunächst die wahre Liebe seines Lebens. Doch der Protagonist Sergej Kladesew lernt während der Geschichte das Leben verstehen und findet am Ende den für ihn richtigen Weg.

Eine Erfindung findet nicht immer sofort die richtigen Würdigung und Anerkennung der Menschheit. Die zweite Geschichte berichtet von der Erfindung der menschlichen Flügel aus einer zukünftigen Zeit, als diese bereits durch eine neuere Technologie ersetzt wurden. Gute Ideen, folgerichtige Schlüsse und die nachfolgende technische Produktion sind für manche Errungenschaften derart komplizierte und zeitumfassende Ereignisse, dass sie mehr sind als das Lebenswerk eines einzelnen, sondern mehrere Generationen benötigen.

Ein außerirdisches Wesen gelangt zur Erde und hat für den klügsten Menschen ein Geschenk dabei. Ein Apparat der maximal zwei Wünsche erfüllen kann. Phädron Hallimansch, dem dieses Geschenk überreicht wurde ist ein verrückter Erfinder und hält sich zudem für eben diesen klügsten Menschen. Er ist recht erfolglos bei seinen Bemühungen, eine Erfindung zu vermarkten. Bei seinen Überlegungen zum ersten Wunsch kommt er auf den folgenschweren Entschluß, das Erdöl und alle seine Derivate müssen ihren Brennwert verlieren. Dieser Wunsch wird dann noch etwas verfeinert und in die Apparatur eingegeben.
Fazit
Schefners Genies verfügen über erstaunlichen Erfindergeist und geben den sonst braven Bücherbürgern den nötigen Pep um die Geschichten spannend an den Leser zu bringen. Mit dieser Technik zieht Schefner seine eigenen Schlüsse über die Möglichkeiten von Gesellschaft und Staat, Erfindungen und Entdeckungen zeitgerecht zu würdigen und zu nutzen. Seine Kritik zielt auf kommunistische und sozialistische Staatssysteme. Dennoch sind die Erzählungen zeitlos aktuell und mit einem Humor versehen, der seine Wirkung nicht verliert.
5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne

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Vorgeschlagen von Lothar Hitzges [Profil]
veröffentlicht am 12. März 2004

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