Martina Bick: Die Spur der Träume

Die Spur der Träume

Verlag: Econ Ullstein List Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-89834-010-6

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
März 1927: Nina Norge überdiedelt nach Danzig, um dort als Ärztin in der Praxis ihres Onkels zu arbeiten. Nina, die, "solange sie zurückdenken konnte, fest entschlossen war, Ärztin zu werden", war zuvor im Landeskrankenhaus Wien als Assistenzärztin tätig; in dieser Stadt begegnet sie Sigmund Freud, besucht seine Vorlesungen, liest alles, was er je veröffentlichte, und "hätte sie das Geld gehabt, wäre sie sofort seine Patientin und Schülerin geworden". Einmal nimmt sie ihren Mut zusammen, spricht Freud nach Vorlesung an, er entdeckt in ihr eine begabte Schülerin, und sie lernt dessen Haus und Familie in der Wiener Berggasse kennen; in Danzig hält sie regen Briefkontakt mit Freud; dessen Theorie der Psychoanalyse ihr bei ihrem ersten großen "Fall", Almut Levendiek, hilft. Almut leidet, seitdem ihr Verlobter tödlich vom Pferd stürzte, unter, so lautet Ninas Diagnose, "Depressionen"; für die Behandlung sieht Nina folgendes vor: "Wir werden einfach miteinander sprechen. Wir sprechen über Ihre Träume". Kurz, nachdem sich erste Verbesserungen im Zustand Almuts andeuten, wird Greta, 17 Jahre jung, "das Mädchen für alles" bei Levendieks, ermordet; unmittelbar verschwindet Almut, und gerät damit unter Mordverdacht; die Untersuchungen zu diesen beiden Vorfällen bestimmen die zweite Hälfte des Romans. Dabei werden zwei Personen besonders wichtig:
Charlottte, die jüngere Schwester Almuts, zugleich verschlossen und explosiv, patzig und verträumt, frühreif und unschludig wie Konfitüre; "hysterisch und frech", wie ihr Vater Gustav sie nennt; und
Peter Jordan, seit kurzer Zeit "Kriminalkommissar bei der Polizeidirektion des Freistaates Danzig", der "mit der zukunfstweisenden Aufgabe betraut ist, in Danzig einen Mordinspektion nach dem Berliner Vorbild aufzubauen". Jordan hat nicht zuletzt seines Namens wegen mit anschwellendem Antisemitismus zu kämpfen; Nina muss sich als Ärztin behaupten, denn 1927 war, wenn man das so sagen kann, ein Arzt noch ein Mann; Jordan nutzt bei der Aufklärung der Fälle neueste kriminalistische Methoden; sie orientiert sich an den Prämissen des bis heute umstrittenen Sigmund Freud. Nina und Jordan sind sich bereits im Zug, Strecke Berlin-Danzig, begegnet, und treffen nun als Hausärztin und Untersuchungsleiter wieder aufeinander; dieser Zufall hat die schönsten Konsequenzen - Jordan verliebt sich in Nina ("Er wollte sie heiraten, schlicht und einfach. Jetzt, wo erschon geglaubt hatte, sie nie mehr zu finden, stand sie plötzlich vor ihm: Die Frau, mit der er leben wollte"), in Nina erblüht eine große Sehnsucht nach ihm, zögert jedoch, denn "sie war nicht zum Heiraten geschaffen. Sie liebte ihren Beruf. Was war daran so schlimm? Anders konnte man ihn vielleicht gar nicht ausüben.".
Fazit
"Die Spur der Träume", ein exzellenter Kriminalroman samt Liebesgeschichte, Danziger Coleur und - was sonst? - unerwartetem Ende.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne

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Vorgeschlagen von Paul Niemeyer [Profil]
veröffentlicht am 12. März 2004

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