Till Raether: Fallwind

Fallwind

Verlag: Rowohlt Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-499-27200-4

Preis: 14,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 08. Dezember 2016]
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Kommissar Adam Danowski arbeitet für die Abteilung Operative Fallanalyse der Hamburger Kriminalpolizei. Aus Treibland und Blutapfel werden einige Leser die Vorgeschichte des hochsensiblen Ermittlers kennen, der seit den Ereignissen auf dem Kreuzfahrtschiff in therapeutischer Behandlung ist. Danowskis Therapie scheint ihn jedoch ebenso zu überfordern wie sein restliches Leben.

Der Hamburger Spezialist wird der Soko Leuchtturm in der Wesermarsch zugeordnet, die unter Leitung der örtlichen Polizeichefin den Tod einer Frau aufklären soll. Genauer gesagt wird Adam in die Provinz und aus der Schusslinie geschickt, weil seine psychische Verfassung bei der Kripo zum Sicherheitsrisiko geworden ist. Die Leiche von Corinna Karlsson, Angestellte eines Windkraft-Unternehmens, finden die Ermittler demonstrativ auf dem Weg zum Leuchtturm platziert vor. Die Ermordete ist eine von drei alten Schulfreundinnen, in deren Leben der Leuchtturm eine symbolische Bedeutung hatte. Die Mädchen waren Kinder von Vogelkundlern, die zuerst auf einer winzigen Nordsee-Insel von ihren Eltern unterrichtet wurden. Später lebten sie quasi in Sichtweite ihrer Heimatinsel auf dem Festland als Pensionsgäste einer Lehrerfamilie, um zum Gymnasium gehen zu können. Als eine weitere Tote gefunden wird, ist das auffällige Verhaltensmuster des Täters nicht mehr zu übersehen; die Suche nach ihm drängt. Doch Ermittler wie Leser des Krimis lassen sich zunächst auf falsche Spuren locken. Das Watt als Rand der Welt sorgt hier für düstere Stimmung in einem spannenden Fall. Einerseits sollte in der Provinz ein Mordfall schnell aufzuklären sein; denn niemand kann etwas vor seinen Nachbarn verbergen. Andererseits hat die Ansiedlung eines Windkraftunternehmens in der strukturschwachen Gegend für Umbrüche gesorgt, die nicht so leicht zu durchschauen sind wie erhofft.

Raethers dritter Danowski-Krimi lässt sich zwar unabhängig von den vorhergehenden Bänden lesen, doch Danowskis Persönlichkeit erschließt sich besser, wenn man ihm zunächst auf das Kreuzfahrtschiff im Hamburger Hafen folgt.

Adam Danowski nutzt in seinem dritten Fall seine psychische Schwäche ein weiteres Mal als Stärke. Er bringt Zeugen und Verdächtige dazu, einem harmlos verplanten Menschen wie ihm mehr zu erzählen, als gut für denjenigen ist. Auch Adams Ex-Kollegen als Nebenfiguren zeigen sich als höchst skurrile Persönlichkeiten, von denen jeder seine eigene Last zu tragen hat.
Fazit
Wie illusionslos und treffsicher Raethers eigenwillige Figuren sich gegenseitig charakterisieren und wie der Autor mit Aufmerksamkeit für Zwischentöne davon erzählt, das bereitet in Raethers drittem Danowski-Krimi wieder besonderes Lesevergnügen.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 24. Juli 2016

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