Michael Moore: Stupid White Men

Stupid White Men

Verlag: Piper Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Politik
ISBN-13 978-3-492-04517-9

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Ich gebe es voll zu: mit einer Bewertung des vorliegenden ersten Buches von Michael Moore, dessen Film: "Bowling for colombine" mir sehr gut gefallen hat, tue ich mich sehr schwer. Besonders fasziniert hat mich Kapitel 1, welches Details über die mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten (soll man schon von Wahlbetrug reden?) der Wahlen in Florida aufdeckt. Die weiteren Kapitel haben mich allerdings etwas "genervt", sie waren mir zu unwissenschaftlich. Mir selber ist das Thema um Bush zu ernst und ich empfehle als beste Lektüre das Buch von Hartfield: "Das Bush-Imperium", welches die Schattenseiten der Biographie und der Wahlfälschung in Florida detailliert aufdeckt. Mich stört bei Moore besonders, dass er keinerlei Belege und Quellen anführt. So kann man beispielsweise zu Kapitel 1 einwenden, dass Nachzählungen in Florida Bushs Vorsprung bestätigt haben und dass man sich in den USA rechtzeitig registrieren lassen muss, um wählen zu können (da es kein zentrales Melderegister gibt). Man kann also nicht wie bei uns spontan wählen gehen. Dies nur als Beispiel dafür, dass Moore zentrale Behauptungen, die er aufstellt, nicht belegt. Deshalb finde ich: wer das ganze als Satire betrachtet, kommt sicherlich auf seine Kosten. In dieser Hinsicht ist das Buch skurril und witzig geschrieben. Wer allerdings mit höheren Erwartungen an das Buch herangeht und wissenschaftliches Arbeiten erwartet, der wird enttäuscht werden. Es gibt kaum Belege und Gegenargumente zu seinen Behauptungen bringt der Autor nicht. Außerdem wird mit Verallgemeinerungen gearbeitet (etwa im Kapitel: "Nation der Dummköpfe") und Pauschalurteile können mich nicht überzeugen. Wer also wissenschaftliche Literatur über Bush sucht, der sollte zu Benjamin Barbers "Imperium der Angst", Hartfields "Das Bush-Imperium", Krugmanns "Der grosse Ausverkauf", einer vernichtende Kritik der US-Wirtschaftspolitik unter Bush greifen. Sehr gut sind auch das Buch von Chalmers Johnson "Der Selbstmord der amerikanischen Demokratie" sowie die Bücher von Kupchan "Die europäische Herausforderung" oder Joseph S. Nye "Das Paradox der amerikanischen Macht" lesen. Wer über die Motive der Bush-Anhänger informiert werden möchte (um sie zu verstehen, nicht um die Argumente zu teilen und sich zu eigen zu machen!) der lese Robert Kagans: ""Macht und Ohnmacht: Amerika und Europa in der neuen Weltordnung".
Hier findet man seriöse wissenschaftliche Argumente und Gegenargumente, um sich ein Urteil über Innen-, Gesellschafts-, Wirtschafts- und Außenpolitik in dem Amerika unter Bush machen zu können.
Fazit
Wer allerdings die Ansprüche an Moore "tieferhängt" und - durchaus intelligent - unterhalten werden möchte, der wird Moores bissigen Humor zu schätzen wissen und ihn mögen. Die Einschätzung hängt also von der Erwartungshaltung und der Sichtweise des Lesers ab. Daraus erklären sich meines Erachtens auch die völlig unterschiedlichen Reaktionen zu diesem Buch.
5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne
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Vorgeschlagen von Bernhard Nowak [Profil]
veröffentlicht am 23. Februar 2004

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