Joe Abercrombie: Königsschwur

Königsschwur

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Fantasy
ISBN-13 978-3-453-31599-0

Preis: 14,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 08. Dezember 2016]
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Prinz Yarvi von Gettland ist kein Held. Er hat eine verkrüppelte Hand und ist auch kein Krieger wie sein Vater und sein älterer Bruder. Als beide jedoch ermordet werden verändert sich Yarvis Leben schlagartig und er schwört Rache - er mag nur ein halber König sein, aber er wird seinen Schwur vollständig einhalten. Doch schon bald muss Yarvi erkennen, dass selten alles so ist wie es scheint und man als König oft eher den Dolch im Rücken als das Schwert eines Gegners vor einem fürchten muss.

Joe Abercrombie zählt ohne Zweifel zu den besten zeitgenössischen Autoren im Bereich Fantasy - oder besser zu dem maßgeblich von ihm geprägten Subgenre "Grimdark", einer um harten Realismus bemühten fiktiven Darstellung, in der politische Intrigen, menschliche Tugenden und Abgründe die Hauptrolle spielen, während Magie faktisch kaum vorkommt. Abercrombie verbindet immer wieder eine harte, düstere Darstellung mit interessanten Charakteren, spannenden Handlungen und scharfen Dialogen, die mit schwarzem Humor gewürzt sind. Abercrombie legt mit dem Roman "Königsschwur" den ersten Band einer Trilogie vor, die in einer neuen Fantasywelt angesiedelt ist als seine bisherigen Bücher. Zugleich zielen sie auf ein noch breiteres, teils jüngeres Publikum ab: Das Setting ist weiterhin eher düster und die Handlung auf realistische Wendungen ausgerichtet, doch wird das Tempo angezogen und die Handlung ist knapper und stärker auf weniger Personen konzentriert. Das ist keineswegs als Kritik zu verstehen, denn dadurch wirkt die Schilderung noch lebendiger und fokussierter.

Der gebildete Yarvi ist ein Außenseiter, der einer Welt nicht gewachsen scheint, in der nicht die Feder, sondern das Schwert zählt und nur die Starken und Listigen sich durchzusetzen scheinen. Aber Yarvis scharfer Verstand und seine schnelle Auffassungsgabe helfen ihm immer wieder im Verlauf der Handlung, in der auch aus Fehlern lernt. Am Ende ist Yarvi kein naiver Jugendlicher mehr, sondern ein junger Mann, der desillusioniert und gleichzeitig bestrebt ist, sich in der Welt politischer Intrigen und kriegerischer Konflikte zu behaupten. Der Weg dorthin ist allerdings hart und steinig. Von einem Verwandten verraten, muss Yarvi kurz nach Beginn der Handlung Lehrgeld zahlen und den ungünstigsten Situationen trotzen. Dabei zerbricht er zwar nicht, doch er wird auch nie wieder der junge Mann zu Beginn der Handlung sein. All dies schildert Abercrombie in sehr flüssig lesbarer und spannender Form. Man darf auf die folgenden beiden Bände gespannt sein.
Fazit
Abercrombies neues Werk ist eine hervorragend lesbare und spannende Lektüre. Leser, die ansonsten nichts mit Fantasy anfangen können, sei das Buch besonders ans Herz gelegt. Denn der harte Realismus und die gekonnte Charakterentwicklung erinnert eher an (die besseren) historischen Romane - wobei man hier den unschätzbaren Vorteil hat nie zu wissen, wie die Geschichte endet.

Nur eine Bemerkung zum Titel: Während bei Heyne etwa die mehr als empfehlenswerten Bücher von Pierce Brown im Originaltitel belassen werden, wird aus Abercrombies "Half a King" der "Königsschwur" - man hätte hier auch einen anderen Weg gehen können, zumal die anderen Originaltitel Abercrombies passender sind.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne
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Vorgeschlagen von B. Kiemerer [Profil]
veröffentlicht am 10. Januar 2015

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