Mirjam Pressler: Malka Mai

Malka Mai

Verlag: Beltz & Gelberg [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Jugendroman
ISBN-13 978-3-407-80879-1

Preis: 0,52 Euro bei Amazon.de [Stand: 29. September 2016]
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Im Jahre 1943 flieht die jüdische Ärztin Hanna Mai mit ihren töchtern Minna und Malka in Polen vor den nationalsozialistischen neuen Machthabern. Hanna, die Mutter, sieht zunächst keine Gefahr durch die "Aktionen", die von SS und Gestapo ausgehen. Doch in letzter Minute entschließt sie sich zur Flucht - Hals über Kopf. Da wird ihre Tochter im benachbarten Ungarn, unter dem Horthy-Regime Bündnispartner Deutschlands, krank. Malka wird bei einer Bauernfamilie zurückgelassen. Ihr Lebens- und Leidensweg, stellvertretend für viele Schicksale, ist ungeheuer faszinierend beschrieben. Die Autorin Miriam Pressler, eine der produktivsten und bekanntesten Kinder- und Jugendbuchautorinnen Deutschlands, hat hier die Geschichte einer ihr bekannten realen Person, Malka, als Grundlage für einen rein fiktiven Roman genommen. Wie zahlreiche andere Werke der Kriegs- und Nachkriegszeit Josef Holub, Christine Nöstlinger, Peter Härtling oder den Büchern des von - ebenfalls von Miriam Pressler übersetzten - Uri Orlov), wird deutlich, welche Kraft und Vitalität Kinder haben mußten, um in dieser Zeit zu überleben. Dieses vielfach preisgekrönte Buch zeigt auf, wie plötzlich behütete Kindheit zerstört wird durch die brutalen äußeren Ereignisse.

Die wirkliche Malka Mai kommt, wie die Autorin im Nachwort berichtet, nach Budapest und 1944 nach Palästina, wo sie ihre Mutter wieder trifft. Doch eine echte Beziehung entsteht nicht. Malka und ihre Schwester Minna lebten zunächst mit dem Vater im Kibbuz. Ihre Mutter wanderte erst 1948 nach Israel aus.

Der Roman ist vielschichtig: nicht nur werden die Leiden der Kriegs- und Nachkriegszeit - etwa die alltägliche Präsenz des Hungers - packend geschildert (so gibt es Esstage und Hungertage, wobei letztere überwiegen; der Heißhunger nach warmen Kastanien etwa läßt den heutigen Leser richtig "mitleiden"), die uns bewußt werden lassen, wie gut es uns geht. Der Roman zeigt auch den Bruch der Mutter-Tochter-Beziehung auf und ist meines Erachtens von der Kritik zu recht als Roman einer "verletzten Kindheit" bezeichnet worden. Wieviele "verletzte Kinder" konnten überhaupt überleben? Wieviele namenlose Malkas sind gestorben? Etwa an der Krankheit Typhus, an welcher Malka auch erkrankt? Doch sie hat Glück - sie überlebt.
Fazit
Ein packend geschriebener Roman über die düsterste Zeit unserer Geschichte von einer Autorin, die genau recherchiert hat - unbedingt lesenswert und meines Erachtens zu recht vielfach preisgekrönt wurde.
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Vorgeschlagen von Bernhard Nowak [Profil]
veröffentlicht am 24. Januar 2004

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