Stephan Ludwig: Zorn. Wie sie töten

Zorn. Wie sie töten

Verlag: Fischer Taschenbuchverlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-596-19861-0

Preis: 9,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 08. Dezember 2016]
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Bei der Organisation der Dienststelle Claudius Zorns muss irrtümlich die Dienstaufsicht vergessen worden sein. Anders ist es kaum zu erklären, dass Zorn sich bisher erfolgreich vor der Arbeit drücken konnte und die Ermittlungsarbeit bescheiden und effektiv von Zorns Kollegen Schröder erledigt wurde. Doch nun ist Schröder in einer privaten Krise aus dem Dienst ausgeschieden, und Zorns dienstliche Probleme sind nicht mehr zu übersehen. Zorn hasst jeden Menschen, der nicht Schröder ist. Sicher hat Zorn auch menschenfreundliche Emotionen, aber er versteht sie zu verbergen. Es ist nur schwer zu übersehen, dass der Ermittler körperlich und psychisch allmählich vor die Hunde gegangen ist. Die nächste Fitnessprüfung wird das Ende von Zorns Karriere sein.

In Zorns leicht heruntergekommener ostdeutscher Heimatstadt hat es einige merkwürdige Todesfälle gegeben. Für die Ermittler klingen die Todesumstände zwar sonderbar, aber noch nicht verdächtig. An düsteren Wintertagen sterben manche älteren Menschen eben sehr plötzlich. Wenn niemand misstrauisch wird, bedeckt der stetig fallende Schnee mögliche Spuren sofort wieder. Zorn ist noch nicht auf Zusammenhänge zwischen den Taten aufmerksam geworden, wohl aber Stephan Ludwigs Leser, die dem Täter aus der allwissenden Erzählperspektive direkt auf die Finger schauen können. Offensichtlich arbeitet ein Serienmörder zusammen mit einem Assistenten, der völlig auf den Haupttäter fixiert ist und ihm unbedingt gefallen will. Für das Erfolgserlebnis des Täters spielt sein Zuhörer eine entscheidende Rolle. Zorn scheint durchgeknallte Typen förmlich anzuziehen. Der Serientäter zieht sein Netz immer enger - genau um Zorn, Schröder und ihre direkten Angehörigen herum. Während dichter Schnee heruntergekommene und kaum noch genutzte Bauwerke bedeckt, geht Zorn endlich auf, dass er es mit zusammenhängenden Todesfällen zu tun hat, und eine dramatische Serienmörderjagd im dichten Schneetreiben beginnt. Schröder und Zorn kämpfen jeder für sich um das Leben des anderen Kollegen.
Fazit
Stephan Ludwigs Zorn-Krimis leben vom düsteren, bröckelnden Charme ostdeutscher Leerstände und seiner nüchternen Schilderung des unverschämten Claudias Zorn. Als Leser entwickelt man eine beinahe perverse Zuneigung zu einer Hautfigur, die als Kollege einfach nur hassenswert wäre.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 25. Oktober 2014

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