"Warum hat er sich denn niemandem anvertraut? Warum hat niemand etwas
gemerkt?" wird immer dann gefragt, wenn der Missbrauch eines Kindes bekannt
wird. Marc Talbert beschreibt eine ausweglose Situation aus der Perspektive
eines 10-jährigen Jungen.
Jeremy ist von George, dem Freund seiner Mutter, sexuell missbraucht worden. Umzug und Schulwechsel könnten Jeremy einen Neuanfang ermöglichen. Doch dass er mit seiner Mutter ausgerechnet von Georges Eltern aufgenommen wird, kompliziert die Angelegenheit weiter. Jeremy als Opfer ist bräuchte dringend fachkundige Hilfe, stattdessen verhält er sich wie ein "vernünftiger Erwachsener" und sorgt sich darum, ob seine Mutter, George, Georges Eltern die Situation ertragen. Nur sein Lehrer merkt, dass Jeremy sich absondert und übervorsichtig ist. Klar, er muss jeden Satz zweimal umwenden, bevor er ihn ausspricht, um das schlimme Geheimnis nicht zu verraten. Wir erfahren an Jeremys Beispiel, dass Missbrauch nicht nur das Opfer und seine Familie zerstört, sondern die Beziehung zwischen Kindern und Erwachsenen so vergiften kann, dass Unschuldige verdächtigt werden. Fazit
Nina Schindler wünscht dem Buch viele Leser - ich wünsche mir viele Gespräche
darüber zwischen Jugendlichen und Erwachsenen.
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