Peter Huth: Berlin Requiem

Berlin Requiem

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Horror
ISBN-13 978-3-453-67666-4

Preis: 12,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 08. Dezember 2016]
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Die deutsche Hauptstadt wird von einem furchtbaren Virus befallen. Die Infizierten in Kreuzberg und Neukölln fallen über die Lebenden her. Zur Eindämmung und Kontrolle werden die beiden Bezirke zur Kontrollierten Zone erklärt und durch eine Mauer vom Rest der Stadt abgetrennt. Natürlich ist die Stimmung in der Stadt gereizt. Das ist die große Stunde des populistischen Politikers Olaf Sentheim, der seine Chance gekommen sieht. Allerdings ist da noch der Journalist Robert Truhs, der Sentheims Karriere schon einmal durchkreuzt hat, und der jetzt im Besitz von Aufnahmen ist, die ein gänzlich anderes Licht auf die Ereignisse werfen. Doch bevor Truhs sich überlegen kann, wie er mit den Unterlagen umgeht, muss er eine andere schwere Entscheidung treffen, da seine Freundin Sarah in die Kontrollierte Zone eingedrungen ist.

Autor Peter Huth ist Chefredakteur der großen Berliner Tageszeitung B.Z. und veröffentlichte bereits mehrere Sachbücher, bevor er sich mit "Berlin Reqieum" der erzählenden Literatur zuwandte. Gespannt war ich auf den Roman, der mich zu Beginn in seinen Bann zog. Leider musste ich mit zunehmender Dauer feststellen, das der Roman nicht das hielt, was er anfangs versprach.

Sicher, Peter Huth ist ein erfahrener Schreiber, der weiß, wie man den Leser fesselt. Und das macht er anfangs auch gut. Gerade wer mit den Örtlichkeiten vertraut ist, lässt sich auf eine Schreckensfahrt ein, wenn man erfährt, dass eine Krankheit von einer Gegend Besitz ergriffen hat, in der man Zuhause ist. Doch die Faszination eines Schauplatzes ist nicht alles. Vor allem reicht sie nicht, um den Leser auf über dreihundert Seiten bei der Stange zu halten. Dazu gehören auch packende Figuren und eine sich steigernde Handlung. Und hier liegt das Manko des Romans. Gerade mit der Hauptfigur Robert Truhs bin ich nicht wirklich warm geworden. Der Journalist wird für mich über die gesamte Länge nicht wirklich greifbar und schon gar nichts sympathisch. Leider gilt das auch für alle anderen Figuren, die mehr schablonenartig und wie Zombies durch die Handlung wanken, selbst wenn sie nicht infiziert sind.

Inhaltlich kann Peter Huth nicht mehr bieten, als man von Zombiefilmen und einer Serie wie "The Walking Dead" kennt. Der Roman bezieht seine Spannungspunkte aus kleinen Gruppen, die sich vor der großen Gefahr verstecken - halt das klassische Motiv eines Horrorothrillers. Und so kommt der Roman über das Niveau eine B-Movies nicht wirklich hinaus. Er vermag zwar ein wenig zu unterhalten, aber Nachhaltigkeit und Begeisterung löst er keineswegs aus.
Fazit
Zwischen Thilo Sarrazin und The Walking Dead legt der Journalist Peter Huth einen Horrorroman vor, der die deutsche Hauptstadt von einer anderen Seite zeigt. Leider nutzt der Roman das Potential, dass sich hier bietet nicht aus. So bleibt zwar stellenweise ein unterhaltsamer Lesespaß erhalten, doch ein wirklicher Volltreffer ist "Berlin Requiem" nicht.
5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Krause [Profil]
veröffentlicht am 27. Juli 2014

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