Jessica Thompson: Ein Tag im März

Ein Tag im März

Verlag: Bastei Lübbe [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-404-16925-2

Preis: 9,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 10. Dezember 2016]
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Seit einiger Zeit ist der junge Kellner Adam nervös, wenn eine junge Frau das Café betritt, in dem er arbeitet. Sie bestellt sich einen koffeinfreien Latte und sitzt stundenlang mit einer schier unglaublichen Traurigkeit am Fenster. Von Tag zu Tag ist Adam mehr von ihr fasziniert. Schließlich fasst er sich ein Herz und spricht sie an. Was er nicht weiß ist, dass Bryony einen schweren Verlust erlitten hat. Ihre große Liebe Max wurde auf offener Straße erschossen. Seit diesem Tag igelt sich Bryony ein und findet nur schwer zurück ins Leben.

Das zentrale Thema des Romans von Jessica Thompson ist das Verzeihen. Über eine Website ist sie auf dieses Thema aufmerksam geworden. Ein Thema, dass sie fortan nicht mehr losgelassen hat. So ersann sie eine Geschichte, in der mehrere Protagonisten eine entscheidende Rolle spielen. Der 12. März 2009 ist nicht nur für Bryony ein Schicksalstag. Auch für Keon ändert sich das Leben von Grund auf, als er aus einem anfänglichen Spaß heraus einen dramatischen Fehler macht und einen Mann, Max, erschießt. Da sind aber auch noch Sara und Rachel, die an diesem Tag ebenfalls schicksalshafte Erlebnisse haben: Sara entdeckt auf einer Dating-Seite im Internet das Profil ihres Mannes und Rachel erfährt durch einen dummen Zufall, dass sie adoptiert wurde. Sie stellt ihr bisheriges Leben in Frage und begibt sich auf die Suche nach ihren leiblichen Eltern.

Diese vier Handlungsstränge wechseln sich ab und sorgen gerade zu Beginn des Romans dafür, dass sich "Ein Tag im März" ausgesprochen gut liest. Mit geschickt gesetzten Cliffhangern heizt Jessica Thompson das Interesse des Lesers immer weiter an. Auch die Gefühlslagen ihrer Figuren hat sie so dargestellt, dass man sich mit allen identifizieren kann. Den Großteil der Handlung nimmt natürlich die Geschichte von Bryony und Adam ein. Leider sorgt dies im weiteren Verlauf dafür, dass die anderen Handlungsstränge nach und nach an Tiefe verlieren. Und so flacht die Handlung mit zunehmender Dauer erheblich ab. Einige Situationen werden nur noch angerissen und sorgen dafür, dass der Plot immer durchsichtiger wird.

Gänzlich enttäuscht hat mich das Ende, dass zu vorhersehbar und klischeehaft ist. Hier hätte ich mir gewünscht, das Jessica Thompson noch eine überraschende Wendung aus dem Hut zaubert.
Fazit
"Ein Tag im März" beginnt ausgesprochen gut. Verpackt in mehrere Handlungsstränge setzt sich die Autorin sehr einfühlsam und realitätsnah mit dem Thema Verzeihen auseinander. Auch wenn die unterschiedlichen Plots das Rad dieses Literaturgenres nicht neu erfinden, kann die Geschichte anfangs für großen Lesespaß sorgen. Leider lässt dieser Lesespaß mit zunehmender Dauer nach und gipfelt in einem Ende, dass mich weder überzeugen, geschweige denn überraschen konnte.
6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Krause [Profil]
veröffentlicht am 22. April 2014

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