Emlin Borkschert: Des einen Freud des anderen Tod

Des einen Freud des anderen Tod

Verlag: CW Niemeyer Buchverlage [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-8271-9514-2

Preis: 9,95 Euro bei Amazon.de [Stand: 07. Dezember 2016]
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Camping - Vergnügen.
Lang erwartet und inständig erhofft, aber dann doch von einer Minute zur anderen, tat sich für Grit Loch eine neue Chance auf. Ein Telefonanruf des Polizeichefs Johannes Meier offerierte ihr ein Probetraining zum Wiedereinstieg in ihren ehemaligen Beruf als Polizistin, nachdem ihr Wechsel vom Berufsleben in eine glückliche Ehe-Verbindung gründlich daneben gegangen war. Ein neues Team aus Gruppenleiter Peter Vollmer, dem Azubi Till Brenner und dem Polizisten Ed Stenzel, dem sie zugeteilt wurde, sollte die Ermittlungen in einem Mordfall auf dem Campingplatz " Zur Sonne" am Strand von Ahlbeck auf Usedom aufnehmen, wo der fünfzehnjährige Sebastian Liebermann mit einem blutenden Loch in der Stirn von der Ehefrau des Campingbetreibers tot aufgefunden wurde.

Mit dem festen Vorsatz, diese erste Hürde zum zweiten Start exzellent zu meistern, damit unbezahlte Rechnungen und sporadisch geschickte Schecks ihres Exgatten keine Rolle mehr in ihrem Leben spielen müssten, startete Grit in Richtung Tatort. Mit dem ihr eigenen, untrüglichen feeling für Fettnäpfchen steuerte sie zwar zuerst den verkehrten Campingplatz an, landete aber letztlich doch noch zur rechten Zeit am rechten Ort. Das ermittelnde Team brach nicht in Begeisterungsstürme aus, als eine kleine, etwas dickliche Person in blauen Bermudas und gelber Bluse, luftigen Flip Flops und einer gehörigen Portion Schminke im Gesicht winkend über die Wiese auf sie zueilte und sich als die avisierte Mitarbeiterin zu erkennen gab. Mit Feuereifer widmete sie sich den Recherchen, verfolgte Spuren und durchleuchtete Personen, von denen es genug gab, die Verdacht erregten und ebenso etliche, die Verdächtiges gesehen hatten, wie das Ehepaar Hermann und Eleonore Färber, die seit Jahren ihren Urlaub hier verbrachten und deren Augen wenig verbogen blieb. Was für eine Rolle spielte die junge Natalie Zybler, eine Bekannte des Toten, die allerdings auch von Roberto Müller, dem Wirt des Campingplatzes besucht wurde? Was für ein Geheimnis teilten Silvana und Paul Liebermann, die Eltern des ermordeten Jungen? Und der Tote selbst - war er der "Engel" für den er gehalten wurde? Die Spuren waren verwirrend, aber erst als die junge Türkin Zara Aslin, die ohne Papiere auf dem Campingplatz putzte und zur Tat hätte aussagen sollen, spurlos verschwand, liefen die Ermittlungen auf vollen Touren.

Emlin Borkschert hat ein unterhaltsames Debüt abgeliefert.

Sein ausgefallenes Ermittler-Team besteht aus liebenswerten, skurrilen Typen, deren Eigenarten amüsant und menschlich herüberkommen. Nicht nur einmal ertappt sich der Leser beim Schmunzeln und erfreut sich an flüssigem Schreibstil und herrlichem Lokalkolorit, das sich besonders campenden Insidern erschließt, die mit nahezu uneingeschränkter Wahrscheinlichkeit Urlaubs-Impressionen entdecken werden.

Eine kleine Einschränkung ergibt sich meiner Meinung nach nur durch den Spannungsbogen, der in der Krimi-Geschichte etwas zu kurz kommt. Andererseits schaffen witzige Situationen und humorvolle Betrachtungen hierfür den absoluten Ausgleich. So macht der Leser einen entspannten Ostsee-Urlaub auf dem Ahlbecker Campingplatz und schaut beim Blick über den Zaun des Nachbarn einem gut aufgestellten Polizisten-Trio bei der Arbeit zu.

Empfehlenswerte Lektüre für heitere Lesestunden.
Fazit
Kurzweiliger Lesespass für Humorsüchtige und Genießer der leichten Urlaubslektüre.
Schmunzeleinheiten garantiert vorhanden.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne

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Vorgeschlagen von brillenbaby [Profil]
veröffentlicht am 21. März 2014

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