David Safier: 28 Tage lang

28 Tage lang

Verlag: Kindler Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Jugendroman
ISBN-13 978-3-463-40640-4

Preis: 16,95 Euro bei Amazon.de [Stand: 05. Dezember 2016]
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Die sechszehnjährige Mira lebt mit ihrer Mutter und ihrer jüngeren Schwester Hannah im Warschauer Ghetto. Um sich über Wasser zu halten, schmuggelt Mira Lebensmittel ins Ghetto. Als die SS beschließt, die Bewohner des Ghettos zu ermorden, schließt sich Mira dem Widerstand an. 28 Tage. Länger als jeder andere Widerstand, können die Bewohner den Schergen der Nazis trotzen. 28 Tage, in denen Mira ganz unterschiedliche Erfahrungen machen muss. Diese reichen von Verrat über Leid bis hin zu Glück, denn so schwer die Zeiten auch sind, erfährt Mira auch was Liebe ist. Denn in diesen 28 Tagen klärt sich, ob ihr Herz zu Daniel oder Amos gehört.

Mit fünf humorvollen Romanen wie "Mieses Karma" oder "Happy Family" hat sich David Safier eine große Fangemeinde erschrieben und gilt als einer der erfolgreichsten deutschen Autoren der Gegenwart. Für seinen neuen Roman hat er sich ein Thema ausgesucht, welches sich gänzlich von seinen bisherigen Werken unterscheidet. Der Widerstand der jüdischen Bevölkerung im Warschauer Ghetto. Als Autor von Unterhaltungsromanen begibt man sich bei dieser Thematik auf eine schmale Gratwanderung. Auf der einen Seite stehen die Schrecken der tatsächlichen Begebenheiten, auf der anderen Seite die Frage, wie man das Thema so aufbereiten kann, das es einen Leser fesselt. Legt man den Klappentext und David Safiers bisherige Romane zu Grunde, kommt man schnell zu der Ansicht, das er, so weit es geht, die Leichtigkeit seiner Geschichte herausstellen wird.

Doch weit gefehlt. Schon die ersten Seiten machen deutlich, dass von der leichten Erzählweise seiner ersten Romane nicht viel übrig ist. Sehr gewissenhaft hält sich David Safier an die Ereignisse im Mai 1943 und verknüpft reale Personen der Zeitgeschichte, wie Janusz Korczak mit seiner fiktiven Heldin. Dabei nimmt er den Leser auf eine spannende Geschichte mit, in der die Liebesgeschichte nicht den Mittelpunkt darstellt, sondern eher als Katalysator dient, die schrecklichen Ereignisse der damaligen Zeit für den Leser erträglicher zu machen.

Mit Mira hat David Safier eine Protagonistin erschaffen, die (auch bedingt durch das Thema) deutlich mehr Tiefe besitzt, als seine früheren Romanfiguren. Eher durch die Ereignisse bestimmt, als aus eigener Überzeugung schließt sie sich dem Widerstand an. Durch ihre Augen erlebt der Leser jetzt mit, was sich in den Tagen des Aufstandes abgespielt hat.

Das bringt mich sui meinen einzigen Kritikpunkt. Auch wenn es David Safier ganz hervorragend gelungen ist, die Menschen und die damaligen Ereignisse zu beschreiben, konnte ich nicht wirklich eine emotionale Bindung zu Mira herstellen. Zwar liest sich der Roman sehr gut, doch das Mitleiden und Mitfiebern hat sich bei mir bis zum Schluss nicht einstellen wollen.
Fazit
"28 Tage lang" ist ein lesenswerter Roman für alle Altersschichten. Gerade Jugendlichen sei die Lektüre empfohlen, da sie aus der Perspektive einer Altersgenossin viel über die Vergangenheit erfahren, die zwar abgeschlossen ist, aber nicht vergessen werden darf. Ist man vor der Lektüre skeptisch, ob David Safier auch die Klaviatur der leisen Töne beherrscht, kann man nach der Lektüre von "28 Tage lang" sagen, dass es ihm gelungen ist. Die Geschichte regt zum Nachdenken an und zählt mit Sicherheit zu den Buchhighlights dieses Frühlings!
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Michael Krause [Profil]
veröffentlicht am 17. März 2014

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