Während des dreißigjährigen Krieges wird ein Bauernhof überfallen und zerstört.
Ein zehnjähriger Junge gelingt die Fluch und er findet im Wald bei einem
Eremiten, Unterschlupf, Kost und Bildung. Nach zwei Jahren stirb der Eremit und
der Protagonist Simplicius verlässt den Wald und erkundet die Welt. In Hanau
findet er eine Anstellung als Page. Etwas einfältig und gottestreu, durch das
Leben auf dem Bauernhof und im Wald betrachtet er die Welt und spricht zur
Belustigung und natürlich zum Leidwesen seiner Mitmenschen überall die Wahrheit
aus. Er wird überwältigt und in ein Kalbfell eingenäht. Fortan dient er als
Hofnarr unter verschiedenen Warlords.
Er gewinnt einen neuen Freund, Ulrich Herzbruder. Bei Magdeburg versucht er in Frauenkleidern den Kroaten zu entfliehen, wird aber ertappt. Er wird durch seinen neuen Freund Herzbruder gerettet und kommt in ein Kloster, wo er die Klosterbibliothek studieren kann. So gelangt Simplicius von einer Lebensstation zur nächsten. Heiratet zwischendurch. Die Ehe währt nur kurz. Dann erfährt er ein andermal mehr über seine wahre Herkunft, wie sein richtiger Name lautet und wer seine Eltern waren. Nach vielen Reisen und Abenteuern endet sein Leben ebenfalls als Eremit. Zurückgezogen von der Welt schreibt er alles erlebte nieder. Fazit
Der Leser erfährt durch Simplicius viel über das Leben und die Anschauungen der
Menschen während des dreißigjährigen Krieges. Das Buch erstmals 1669 in fünf
Büchern erschienen, war ein Erfolg und wurde schnell in verschiedenen Fassungen
neu aufgelegt. Es wurden auch immer wieder neue Geschichten in die
Gesamthandlung eingebracht. Es ist deshalb nicht sicher, ob auch alle
Erzählungen von Grimmelshausen stammen. Nicht alles ist eindeutig
interpretierbar. Deshalb gab es über die Jahrhunderte zahllose kontroverse
Diskussionen über Interpretationen. Unstrittig ist, auch heute kann das Buch den
interessierten Leser fesseln und ihm spannende Eindrücke aus einem Teil unserer
Geschichte vermitteln.
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