Gunter Dueck: Supramanie

Supramanie

Verlag: Springer Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Sachbuch
ISBN-13 978-3-540-00901-6

Preis: 3,46 Euro bei Amazon.de [Stand: 05. Dezember 2016]
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Gleich auf der ersten Seite konfrontiert der Autor Gunter Dueck seine Leser mit dem Leitgedanken dieses Buches: Vernunft ist zu neunzig Prozent Trieb. Was dann folgt sind Fakten, Fakten, Fakten. Das ist auch nötig. Denn es ist zunächst schwer zu glauben, das in unserer hochtechnischen, keimfreien Welt so was natürliches wie Trieb eine Überlebenschance hat.

Recht anschaulich vergleicht der Autor unsere positiven und negativen Empfindungen mit einem Seismographensystem, das unablässig an uns ruckt und zuckt und uns antreibt. Ebenso beindruckend wird Maslows Bedürfnispyramide, ähnlich einem Baukastenset, auseinandergenommen und neu angeordnet. Das war längst fällig. Erstaunlich das sich vorher keiner an diese ikonengleiche Pyramide herangewagt hat. Dem Leser wird Schritt für Schritt haarklein der Unterschied zwischen Bedarf und Bedürfnis erläutert. Wichtig, denn unsere in Fleisch und Blut (Trieb!) übergegangene Vorstellung, bedarf einer gedanklichen Überprüfung und möglicherweise Korrektur.

Gefangen in Fromm's Welt des Habens, streben zumindest die Leistungsträger auf Platz eins, die vorderen Plätze, mindestens zum ersten Drittel will man gehören. Ziele sind wichtig, Veränderungen auch, egal ob etwas gut und wohl getan ist, es muss noch besser werden. Diese Sucht/Trieb findet der Autor auf allen Betriebsetagen unserer heutigen Arbeitswelt, einschließlich im Schulsystem und auf dem Campus. Wenn es nicht durch eigene Kraft alleine reicht, wird getrickst, geschummelt und auch betrogen. Der Vergleich mit dem Darwinismus liegt nahe und wird auch vom Autor treffend angebracht.

Was ist geschehen? Wie ist es dazu gekommen? Sind die Systeme schuld? Dueck entwickelt viele neue teilweise kunstvoll gewählte Begriffe für etwas, das vorher nur als Rationalisierung bekannt war. Anfangs war Rationalisierung sicher sinnvoll. Doch inzwischen wurden die Techniken so perfektioniert, dass bei manchen Unternehmen, so Dueck, verglichen man sie mit einen Gyros, nur der Stab überblieb. Ist es unser Schicksal mit dem Spaceshuttle in den Abgrund zu fliegen?
Fazit
Duecks Thesen und Argumente gehen unter die Haut, die Beispiele aus allen Lebensbereichen sind zum Greifen echt. Jeder kennt sie und erlebt sie tagtäglich. Gut ist das alles nicht, sagt uns unser Bauch. Doch was können wir dem entgegensetzen? Zwanzig Prozent Lohnverzicht (und Wiedereinführung des Hesselbach'schen Betriebsklima) denkt der Autor an. Es ist nicht wirklich ein Vorschlag, eher ein Ansatz. Dueck's (eigentlich unser aller) Suche nach der Arbeitswelt von morgen ist noch zu Ende.

Das Buch enthält ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis und ein kurzes Literaturverzeichnis. Das Werk ist als Fortsetzung des vorangegangenen Bandes Omnisophie zu sehen. Bleibt zu hoffen, das der Autor seine Ankündigung wahr macht und auch den dritten Band Topothesie folgen lässt.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne
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Vorgeschlagen von Lothar Hitzges [Profil]
veröffentlicht am 03. Januar 2004

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