Andreas Steinhöfel (Übersetzer), Ursula Dubosarsky: Der kürzeste Tag des Jahres

Der kürzeste Tag des Jahres

Verlag: Verlag Carl Ueberreuter [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Jugendroman
ISBN-13 978-3-7641-7006-6

Preis: 0,72 Euro bei Amazon.de [Stand: 10. Dezember 2016]
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Samuel wächst in einer Patchworkfamilie auf, gemeinsam mit einer Halbschwester. Ihr beider Vater Elkanah ist Opernsänger und viel auf Reisen, sodass Samuels Mutter viel mit den beiden Kindern allein ist. Theodora ist quicklebendig und kontaktfreudig wie ihr Vater und notiert eifrig alles, was sie sieht und hört kommentarlos in ihre Notizbücher. Samuel hingegen gleicht seiner Mutter, ist still, nachdenklich, furchtsam und liebt seinen Großvater Elias, der mit ihm am gleichen Tag Geburtstag hat. "Wie kann etwas, dass du selber erlebt hast, nicht die Wahrheit sein", verteidigt Theodora ihre Notizen. Doch eben gerade ein Blick in ihr unschuldiges Alltagsprotokoll wird Elkanah zu falschen Schlüssen verleiten und zu einer Lüge, die er viel zu lange unaufgeklärt lässt, sodass Samuel an seinem zwölften Geburtstag überraschend verschwindet.

Die Australierin Ursula Dubosarsky stellt ihrem Buch ein Zitat aus Collodis Pinocchio voran, ein Augenzwinkern zwischen Phantasie und Lüge. Sie erzählt von einer Familie, in der zu vieles unausgesprochen bleibt. Gesehen, gehört und miterlebt wird manches, doch wollen sich die Puzzlestücke für die Protagonisten nicht zur Wahrheit zusammenfügen. Ebenso ergeht es dem Leser. In wertungsfreier, klarer Sprache - übersetzt von Andreas Steinhöfel - erzählt die Autorin Samuels Geschichte und vom Beziehungsgeflecht Familie. Mir wurde beim Lesen erst spät bewusst, dass es mir erging wie den Personen in der Geschichte. Ich fügte die vielen, aufeinander folgenden Informationshäppchen viel zu übereilt zusammen. Auch ich glaubte die Wahrheit schon zu kennen, dabei kannte ich längst noch nicht alle Puzzleteile. Ein eindringliches Buch, das unter die Haut geht, indem es den Leser spüren lässt, wie wichtig es ist, miteinander zu sprechen und einander zuzuhören.
Fazit
Ein eindringliches Buch, das unter die Haut geht, indem es den Leser spüren lässt, wie wichtig es ist, miteinander zu sprechen und einander zuzuhören.
10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne

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Vorgeschlagen von Maren Partzsch [Profil]
veröffentlicht am 09. Januar 2014

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