Klaus-Peter Wegera: Mittelhochdeutsch als fremde Sprache

Mittelhochdeutsch als fremde Sprache

Verlag: Erich Schmidt Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Sachbuch
ISBN-13 978-3-503-13766-4

Preis: 19,95 Euro bei Amazon.de [Stand: 07. Dezember 2016]
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Mittelhochdeutsch ist für Deutschsprachige an sich keine Fremdsprache, wird aber von Germanistikstudierenden als solche empfunden, vor allem, da es zumindest in österreichischen und deutschen Gymnasien praktisch nicht behandelt wird. Hier wird versucht, mit den Methoden des Faches Deutsch als Fremdsprache die Schwierigkeiten beim Erlernen des Mittelhochdeutschen abzubauen.

Der Aufbau der Kapitel ist nicht einheitlich. Überall wird jedoch von einem Text ausgegangen, einen hohen Prozentsatz kenn man aus dem Literaturunterricht der Sekundarstufe I namentlich oder in Übersetzung ins Neuhochdeutsche. Die Strophe I des Kapitels 1 ist die einzige Passage, die man im Deutschunterricht in der Sekundarstufe I und II kennen lernt und die nur sehr oberflächlich erklärt wird. Meist schließen sich Wortschatz, Grammatik, Übungstext und Realientext an. Schriftgrad und -typ sind sehr angenehm. Merksätze sind grün unterlegt, Realientexte grau. Informative und zahlreiche Abbildungen, Tabellen und Grafiken ergänzen den Text. Siglen am Rand erleichtern das Lernen.

Für ein germanistisches Lehrbuch dieser Art ist der Text sehr verständlich geschrieben. Kenntnisse aus dem Deutschunterricht der Oberstufe des Gymnasiums sind Mindestanforderungen, günstiger wären Kenntnisse einer AnfängerInnenlehrveranstaltung für Germanistik. Positiv hervorzuheben ist der Extraband mit didaktischen Hinweisen und Lösungen, der unentbehrlich für das Lernen ist. Marginalien weisen auf die Seitenzahlen im Hauptband hin, besonders positiv hervorzuheben ist der Umstand, dass die AutorInnen die Vorschläge der LeserInnen der ersten Auflage aufgegriffen haben, besonders bei der Erstellung des neu heraus gebrachten Begleitbandes. Die Realienteile enthalten sehr interessante Informationen. Die Qualität des Buches sieht man schon daran, dass es nach zwei Jahren neu aufgelegt werden musste.

Das Buch verfolgt einen völlig neuen und originellen Ansatz, der bei nicht mehr gesprochenen Sprachen erst selten angewendet wird. Dieser Ansatz ist originell, aber auch bei anderen Sprachen problematisch. Das Heraussuchen der Informationen war leider sehr mühsam. Im Unterricht soll einem etwas beigebracht werden und wo man sich nicht einen hohen Prozentsatz der Informationen mühsam zusammensuchen muss. Ich würde nie auf diese Art und Weise eine lebende oder tote Sprache unterrichten (früher Nachhilfelehrerin für Deutsch, Latein und Altgriechisch und seit einigen Jahren VHS-Dozentin für Latein, Altgriechisch, Althebräisch, Phönikisch-Punisch, Alt- und Reichsaramäisch mit einer Kurzeinführung ins Hieroglyphische). Ein Vokabelverzeichnis am Ende des Buches wäre wünschenswert gewesen. Ich bin aus diesem Grund an mehreren Stellen "ausgestiegen" und musste im Lösungsteil nachsehen. Allerdings wird der Stoff nicht kontinuierlich schwieriger, es wird stellenweise wieder leichter. Die Kapitel sind nach Themenkreisen und anscheinend nicht nach dem Schwierigkeitsgrad angeordnet. Die Anschaffung des Begleitbandes zur Bewältigung des Stoffes und zur Kontrolle der Übungen ist dringendst zu empfehlen.
Fazit
Mit Erfolg kann man mit dem Buch nur mit Lehrer arbeiten, für das Selbststudium ist es trotz des hervorragenden Begleitbandes zu schwierig. Der Einsatz in einschlägigen Germanistik-Lehrveranstaltungen kann ich sehr empfehlen, jedoch aufgrund der angeführten Kritikpunkte leider nur acht Punkte vergeben.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne

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Vorgeschlagen von Brigitte Ecker [Profil]
veröffentlicht am 07. Dezember 2013

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