Yrsa Sigurdardóttir: Seelen im Eis

Seelen im Eis

Verlag: Fischer Taschenbuchverlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-596-19533-6

Preis: 9,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 11. Dezember 2016]
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Die düstere Atmosphäre eines stürmischen Wintertags in Island allein sorgt bereits für eine Gänsehaut. Auch Odinn laufen kalte Schauer über den Rücken, denn in seiner Wohnung steht bei seiner Rückkehr ein Fenster offen, das er selbst nicht geöffnet hat und er atmet Zigarettenrauch ein, der nicht von ihm stammt. Odinn arbeitet für die isländische Heimaufsicht an Jahre zurückliegenden ungeklärten Todesfällen in einem staatlichen Erziehungsheim auf der Halbinsel Reykjanes. Odinn ist seit kurzer Zeit verwitwet und hat noch keine Routine als allein erziehender Vater einer kleinen Tochter gefunden. Als wäre diese Ausgangslage nicht bedrückend genug, hat Odinn die Akten zu seinem aktuellen Fall kurzfristig nach dem überrraschenden Tod seiner Kollegin Roberta übernehmen müssen. Ein zweiter zeitlich zunächst noch nicht einzuordnender Handlungsstrang berichtet aus dem Heim, das im Mittelpunkt von Odinns Untersuchung steht. Das Hausmädchen Aldis führte dort ein ebenso armseliges Leben wie die Zöglinge. Das Heim war kaum mehr als ein kleinerer Bauernhof. Die Jungen, die mit dem Gesetz in Konflikt gekommen waren, mussten bei karger Kost schwer arbeiten. Am schlimmsten war für sie, dass das Heimleiterpaar den Kontakt zu ihren Eltern unterband. Aldis, die selbst von zu Hause weggelaufen ist, sieht nicht ein, dass sie ebenso streng behandelt wird wie die Heimzöglinge. Während man sich als Leser noch immer unklar ist, ob Odinn in seiner belastenden Familiensituation Sinnestäuschungen erlebt oder ernsthaft verfolgt wird, arbeitet er sich durch die ungeklärten Todesfälle von damals. Odinns Wahrnehmungen geben bis zur Aufklärung der Todesfälle im Erziehungsheim Rätsel auf; Prolog, Epilog und die Verknüpfung mehrer Zeitebenen sorgen für eine äußerst gruselige Atmosphäre.
Fazit
In Geisterfjord hatte Yrsa Sigurdadóttir schon erfolgreich eine Wende vom Krimi zum Schauerroman vollzogen. Mit dem von Todesfällen in seiner unmittelbaren Umgebung persönlich belasteten Odinn schickt sie nun einen Ermittler ohne Polizeikompetenzen ins Rennen, eine Entscheidung, die sich in früheren Büchern schon bei der Wahl der Anwältin Dora bewährt hatte. Mit Odinn, dem schon ein Luftzug Schauer den Rücken entlang rinnen lässt, und seiner Sorge um Tochter Rún lässt sich wunderbar mitfiebern - ich habe mich schon lange nicht mehr so gegruselt.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 24. Oktober 2013

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