Andreas Eschbach: Todesengel

Todesengel

Verlag: Gustav Lübbe [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-7857-2481-1

Preis: 1,89 Euro bei Amazon.de [Stand: 10. Dezember 2016]
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Erich Sassbeck ist zur falschen Zeit am falschen Ort. Auf einem U-Bahnhof wird der Rentner von zwei Jugendlichen brutal zusammengeschlagen. Doch plötzlich erscheint ein Retter, der die beiden Jungen an Ort und Stelle hinrichtet. Die Polizei hält jedoch Sassbeck für den Täter. Allerdings findet der Journalist Ingo Praise Indizien und Beweise dafür, das die Aussagen des Rentners richtig sind. Mehr noch. Immer wieder taucht der Todesengel in der Stadt auf und richtet Täter hin, die sich an wehrlose Opfer vergreifen. Für die Medien ist dies natürlich ein gefundenes Fressen. Praise bekommt eine Fernsehsendung mit dem Titel "Anwalt der Opfer" ohne zu ahnen, das er damit in einen Strudel gerät, an dessen Ende eine Katastrophe wartet.

Für seinen neuen Roman hat der in Frankreich lebende deutsche Autor Andreas Eschbach ein brisantes Thema angefasst: Selbstjustiz. Werden Opfer die sich wehren, härter bestraft als die eigentlichen Täter?

In ganz unterschiedlichen Handlungsebenen lässt Andreas Eschbach seine Figuren agieren. Mit Ingo Praise hat er eine Hauptfigur erschaffen, die ein wenig Zeit braucht, um dem Leser wirklich sympathisch zu sein. Allerdings wirkt sie dadurch absolut authentisch. Es ist ein ganzer Figurenkosmos, den Andreas Eschbach für sein Szenario entworfen hat. Dazu gehören 4 Freunde, die vor über 15 Jahren Opfer eines Verbrechens geworden sind und ganz unterschiedlich mit dieser Erfahrung umgegangen sind ebenso wie die Ex-Freundin von Ingo und deren neuer Lebensgefährte.

"Todesengel" ist auch eine überaus lesenswerte Mischung aus Gesellschaft- und Medienkritik. Immer wieder wirft Andreas Eschbach die Frage auf, ob Steuersünder härter bestraft werden, als Körperverletzter. Und der Autor wirft einen Blick in die Medienwelt, die sich gerne auf solche Storys stürzt, dabei aber oft nur die Quote im Blick hat.

Das liest sich über weite Strecken ganz ausgezeichnet. Zwar gibt es im Mittelteil ein paar Längen, jedoch gleicht das Thema und der Kern der Geschichte dieses Manko absolut aus. "Todesengel" ist kein Thriller für den schnellen Lesegenuss. Im Gegenteil: Der Roman liefert genug Zünd- und Gesprächsstoff um nachhaltig zu wirken. Und welcher Thrillerautor kann dies schon von sich behaupten?
Fazit
"Todesengel" ist sicher nicht der spannendste Thriller des Jahres. Aber er ist einer der wichtigsten deutschen Romane des Jahres 2013. Andreas Eschbach nähert sich einem aktuellen und brisantem Thema auf ausgesprochen hochwertige Weise, die den Leser zum Nach- und Mitdenken anregt. Ein wichtiges und noch dazu überaus unterhaltsames Buch!
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne
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Vorgeschlagen von Michael Krause [Profil]
veröffentlicht am 13. Oktober 2013

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