Rüdiger Bertram: Die Liga der Guten

Die Liga der Guten

Verlag: Rowohlt Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Jugendroman
ISBN-13 978-3-499-21506-3

Preis: 0,13 Euro bei Amazon.de [Stand: 08. Dezember 2016]
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Jan, Andi und der Icherzähler Mats bilden an ihrer Schule eine Notgemeinschaft der Unsportlichen. Freundschaft kann man ihre Vereinbarung des Im-Notfall-kämpft-jeder-für-sich-allein nicht nennen. Von den gutaussehenden Mitschülern werden die drei schmächtigen Gestalten kaum wahrgenommen, von den kräftigen Sportlern drangsaliert. Eine Ohrfeige von einem der Kids aus besseren Elternhäusern legt bei Jan einen Schalter um. Er konfrontiert noch im Umkleideraum seine Klassenkameraden mit dem alltäglichen Mobbing und fordert sie auf, sich für die Seite der Guten oder der Gewalttätigen zu entscheiden.

Mit sehr düsteren Andeutungen auf das kommende Geschehen erzählt Rüdiger Bertram nun von der Entstehung der Liga der Guten, die große Ähnlichkeit mit klassischen utopischen Szenarien hat. Jan holt zum großen Rundumschlag aus gegen Lehrer, die das Drangsalieren Schwächerer bewusst übersehen, gegen Billig-Textilien, den Konsum der Industriestaaten auf Kosten armer Länder, Fleischverzehr, Plastikverbrauch und Landminen. Auch Mats nimmt am Abendbrottisch den Fehdehandschuh gegen die Überflussgesellschaft auf. Als die Jungen nicht mehr zur Schule gehen und einen eigenen Staat gründen, erhält ihre Liga erstaunlich großen Zulauf. Das Projekt Liga der Guten entwickelt sich schon bald zu einer Gesellschaft, in der angeblich einige gleicher sein müssen als andere. Für Mats stellt sich die Frage, wie stark er bereit ist sich für das Projekt zu verbiegen - und warum man über das beabsichtigte "Gute" mit einer Führerfigur nicht mehr diskutieren darf.

Keiner der Jugendlichen bringt handwerkliche oder landwirtschaftliche Kompetenzen in das Projekt ein, die für ein autarkes, ökologisch korrektes Leben nötig wären. Die von Jan angeregte demonstrative Systemkritik wirkt ziemlich kindlich, solange die Jugendlichen ihren Lebensunterhalt von Spenden bestreiten oder mit der Kreditkarte der Eltern finanzieren. Konflikte, die sich bei der Gründung einer alternativen Gemeinschaft ergeben, während allen der Magen knurrt, ahnt man in der sehr kurzen Geschichte nur am Rande.
Fazit
"Die Liga der Guten" könnte sich zu einem Jugendroman entwickeln, bei dem die anschließende Diskussion über einen denkbaren Ausstieg aus der Überflussgesellschaft mehr Zeit in Anspruch nimmt als die Lektüre des Buches.
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 02. September 2013

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