Andy Marino: Carpe Somnium

Carpe Somnium

Verlag: Verlag Carl Ueberreuter [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Kinder- und Jugendliteratur
ISBN-13 978-3-8000-5696-5

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Die Zukunft des Andy Marino zeigt uns eine Welt, wie wir sie kennen sollten im Zeitalter von Facebook, Twitter, Google+, Wer-kennt-wen und anderen Sozialen Netzwerken. Das, was Facebook beginnt, alle Daten ihrer Mitglieder zu sammeln, wird hier bis ins Extrem beschrieben und als Anfang der Erzählung als bekannt vorausgesetzt. Gleichzeitig mit der Macht des Netzwerkes klafft die Schere zwischen arm und reich noch weiter auseinander. Die Menschheit lebt in Hochhäusern. Die Hochhäuser, die bis zu 300 Stockwerke hoch sind gelten fast als Statussymbol. Je weiter oben man lebt, desto besser ist man angesehen und um so reicher ist man. Alles, was unter der dreissigsten Etage lebt, ist arm. Dieser Unterstadt genannte Bereich ist denen vorbehalten, die es nicht geschafft haben nach oben zu kommen, oder die von oben kommend, tief gefallen sind.

Im Mittelpunkt der Erzählung findet sich Anna, die bei ihrem Vormund Jiri in Little Saigon wohnt. In der Unterstadt. Unter dem Namen Mistletoe lebt der rebellische Teenager bei Jiri und seiner Schwester Dita. Als Jiri eines Tages einen Anruf erhält, um einen Auftrag zu erfüllen, folgt sie ihm und muss mit ansehen, wie er versucht, einem Jungen in ihrem Alter das Leben zu retten und dabei stirbt. Denn mit einer Waffe einen Polizisten zu bedrohen endet meist tödlich. Entweder für den vor der Waffe oder den mit der Waffe. Dieser Junge ist Ambrose Truax, der Sohn des Netzwerk Unison-Gründer Martin Truax. Ihm und seinem Bruder Len wird das Netzwerk einmal gehören, wenn sein Vater von der Bühne des täglichen Lebens abtritt. Trotz seiner Jugend ist er bereits gemeinsam mit seinem Vater und Bruder ein führendes Mitglied der Firma. Ambrose wird durch Unbekannte, die er als Terroristen bezeichnet gewarnt. Eine Nachricht schickt ihn nach Little Saigon, doch die Warnung allein hat nicht ausgereicht. Ein Anschlag wird auf ihn verübt, wobei ihn ein Mann rettet, der dabei selbst ums Leben kommt. Dieser Mann ist Jiri, dem Mistletoe folgte und die dadurch Ambrose kennenlernt. Die beiden verbindet sofort eine überwältigende Sympathie.

In doppelter Bedeutung ist der Tag etwas Besonderes für Ambrose, ist es doch der Tag, auf den er sich sein ganzes Leben lang vorbereitete. An diesem Tag soll ein Gehirneingriff vorgenommen werden. Der Eingriff versetzt ihn in die Lage, nie wieder schlafen zu müssen. Auf diese Weise könnte er sich fast den ganzen Tag in das Netzwerk Unison einloggen. Gleichzeitig will sein Vater das Programm in der Version 3.0 neu auf den Markt bringen. Doch da stehen andere Interessen dahinter, als man zunächst annimmt. Ausserdem ist das geheime Projekt, schon bekannt geworden, so dass sich andere Interessengruppen sich dagegen auflehnen.
Fazit
Andy Marinos Welt ist die düstere Zukunft einer Zweiklassengesellschaft. Die "Oberen", reich an Geld und Freizeit, hängen ständig im ausgereiften und übermächtigen Netzwerk von Unison, weil sie die virtuelle Welt für weitaus interessanter halten, als die tatsächliche Wirklichkeit. Die virtuelle Vernetzung ist so weit fortgeschritten, dass die Technik nicht mehr als tragbare Hardware gebraucht wird, sondern sie ist zum Teil im Körper eingepflanzt. So kann man immer und überall mit dem Netzwerk in Verbindung treten. Die "Unteren", die nicht einmal Tageslicht sehen, sonder deren Welt von Lampen erhellt werden, habe nicht einmal das Geld für Unison, geschweige denn, manchmal Geld zum Leben.

Eine interessante Dystopie entstand, der aber ein wenig die Spannung fehlte. Im Reigen der Untergangs-Welle der Jugendbücher zählt sein Buch jedoch zu den Besseren, weil sein gleichbleibender Schreibstil und die dazu gehörige Übersetzung, sich sehr gut zum Lesen eignen. Der Autor vermittelt dem Leser den Eindruck, die nahe Zukunft mit eigenen Augen zu sehen, die aber nicht unbedingt nur Gutes bringt. Das Buch ist leicht und zu lesen, die Handlungsträger werden im Verlauf der Erzählung immer anschaulicher und glaubwürdiger, was man von Nebenfiguren nicht immer sagen kann.
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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 12. Juni 2013

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