Moritz Matthies: Ausgefressen

Ausgefressen

Verlag: Scherz Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-651-00026-1

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Das Erdmännchen Ray lebt im Berliner Zoo und träumt davon als Privatdetektiv zu arbeiten. Nebenbei schmachtet er die Chinchilladame Bela an, die seine Avancen aber nicht erwidert. Als der reiche Pharmachef Hanno von Sieversdorf im Berliner Zoo verschwindet, ist Rays große Stunde gekommen: Mit dem Detektiv Phil, der ihn zu Rays großer Überraschung versteht, macht er sich auf die Suche. Dabei muss er nicht nur den halben Berliner Zoo umgraben, sondern bekommt auch die Chance sich bei Bela beliebt zu machen.

"Ausgefressen" ist das lustige Debüt von Moritz Matthies. Im Fahrwasser von Autoren wie Tommy Jaud oder Murmel Clausen präsentiert er hier den ersten Fall seines Helden Ray. Neben dem Traum als Privatdetektiv zu arbeiten, konkurriert dieser noch mit seinem Bruder Rocky um die Clanführung. Dabei steht ihm sein Bruder Rufus hilfreich zur Seite. Gerade die Charaktere sind es, die diesen Roman lesens- und liebenswert machen. Der Ich-Erzähler Ray gibt dem Leser einen guten Einblick in das Leben der Erdmännchen, dass sich nicht so sehr von dem unseren unterscheidet. Ray muss mit einer unerwiderten Liebe klar kommen und sich gegen seinen rauffreudigen Bruder Rocky behaupten, der ihn und Rufus gerne Kopfnüsse verpasst. Das alles ist wirklich gut und kurzweilig geschrieben. Gerade die Szenen in denen sich die Erdmännchen mit der neuen Technik vertraut machen, Ray fordert von Phil ein Smartphone, sind die komödiantischen Höhepunkte des Romans. Allerdings sind echte Lacher, wie ich sie beispielsweise bei "Frettsack" von Murmel Clausen erlebt habe, eher spärlich vorhanden.

Den Kriminalfall, den Ray und Phil lösen müssen, ist gut durchdacht und kann die Spannung der Geschichte bis zum Ende halten. Auch hier sind es die Figuren, mit denen Moritz Matthies immer wieder Punkten kann. Sei es der Weißkopfseealdler Otto und die permanent betrunkene Vogelspinne Pepe, die Charaktere sind eindeutig das Salz in der Romansuppe.
Fazit
"Ausgefressen" ist ein wirklich lesenswerter Roman, der auf platte Witze verzichtet. Dafür überzeugt er mit einem tollen Erzähler. Ich-Erzähler Ray trägt die Handlung und lässt den Leser an einigen Stellen schmunzeln. Die Idee des Romans ist viel versprechend und die Ausführung wirklich gelungen. Die Figuren haben Potential für mehrere Fälle (Band 2 ist soeben erschienen). Wer einen kurzweiligen, humorvollen Krimi mit einem besonderen Privatschnüffler sucht ist bei "Ausgefressen" sehr gut aufgehoben.
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Vorgeschlagen von Michael Krause [Profil]
veröffentlicht am 18. Mai 2013

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