Richard Kadrey: Höllendämmerung

Höllendämmerung

Verlag: Rowohlt Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Horror
ISBN-13 978-3-86252-013-8

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Früher, ja früher, da war James Butler Hickock Stark der beste Magier von Los Angeles. Und das mit neunzehn Jahren. Ein neidischer Konkurrent aus dem Magierzirkel ermordet seine Freundin Alice und schickt ihn in die Hölle. Erst als er brennend auf einem Friedhof erwacht, in einer Bar die Tageszeitung liest, wird ihm klar, er hat elf Jahre in der Hölle verbracht. Die Welt der Lebenden hat ihn wieder. Und jetzt ist er wieder zuhause. Sandman Slim, mit einem Messer von Azazel, befestigt mit Basiliskenhaut und einer goldenen Münze an einer Kette sind Dinge, die er aus der Hölle schmuggeln konnte. Neben diesen Mitbringsel hat er noch zwei wichtige Dinge im Gepäck. Rachegelüste und Wut auf seinen ehemaligen Konkurrenten.

James war elf Jahre in Luzifers Sphären eine Attraktion. Der erste lebende Mensch, der je dort ankam. Elf Jahre lang diente er dort als Vergnügungsobjekt, weil er einfach nicht sterben konnte, aber auch nicht wollte. Die höllischen Schergen, Hellions genannt, konnten sich ausgiebig mit ihm beschäftigen. Erst erfuhr er die weniger guten Freuden der Folterung, dann schickten die Hellions ihn in die Arena. Für die Hellions folgte ein jahrmarktähnliches Spektakel nach dem anderen. James Stark wurde in der Arena täglich aufs Neue umgebracht, doch er starb nicht wirklich und am nächsten Tag stand er in alter Frische wieder in der Arena. Gevierteilt, gequält, gefoltert, zerrissen, zerhackt, zerfleischt, sämtliche Knochen gebrochen, doch James starb nicht. Diese Ungeheuerlichkeit weckte das Interesse des Höllenfürsten. Weil James nicht sterben konnte, bildete man ihn zu einem Assassinen aus. Ein Meuchelmörder im Dienste des Höllenkaisers Luzifer, seine Teufelsgeneräle Beelzebub und Azazel und seiner Adligen Diener, die doch so weit über den übrigen Höllengesöcks steht. Quasi ein Höllendiener der Höllendiener im Dienste der Hölle meuchelt. In seiner Eigenschaft als Meuchelmörder soll, der unter dem Namen Sandman Slim bekannt gewordene Stark, ein besonderes Opfer ausschalten. Um dies im Sinne Luzifers auszuführen, überlässt dieser ihm den Schlüssel für die Kammer der dreizehn Türen. Die Kammer gewährt Zugang zu jedem möglichen Ort und Stark nutzt die Flucht zurück auf die Erde. Und damit sind wir wieder am Anfang, wo sich James brennend auf einem Friedhof wiederfindet.

Seine Rache führt Stark zu einem alten Bekannten. Kasabian ist eine ziemlich widerliche Figur aus dem alten Magierzirkel, in dem er früher Mitglied war. Kasabian weiss, was damals wirklich passierte. Es dauert nicht lange, bis Sandman Slim weiss, wer ganz oben auf seiner Todesliste stehen wird: Mason, der Chef des magischen Zirkels. Die Angestellte in Kasabians Videoladen, die Schwarze Allegra, hat die Nase voll von ihrem Arbeitgeber und entschliesst sich, sich James Stark anzuschliessen. Ein Feldzug auf Leben und Tod beginnt, den James mit nur wenigen Vertrauten beschreitet. Er kämpft gegen die Höllenbrut der Unterwelt.
Fazit
Richard Kadrey schreibt gekonnte Dialoge, pointiert, kalt, scharf. Rasanter, actionreicher, skurriler und spannender Horror mit einem Übermass an Humor, wobei selbst blutige Szenen nicht wirklich abstossend wirken. Mit Witz entstand ein abwechslungsreicher, kreativer Roman mit einem unmöglich guten erfrischenden Lesevergnügen. Der Autor schert sich wenig um Konventionen, versucht aber auch nicht, Tabus um ihrer selbst Willen zu brechen. So gibt es bei ihm eine magisch ausgerüstete Nazigang, die gern Schutzgelde erpresst, etwa im Laden von Carlos. Doch der kann mit Sandman Slim ein Abkommen treffen. So hilft Sandman ihm und darf dort lebenslang kostenlos wohnen und essen und trinken. Für einen Quasi-Unsterblichen ist lebenslang, ziemlich lang. Richard Kadrey präsentiert allerhand skurrile Geschöpfe, Orte und Ereignisse. Alles zusammen wird zu einer Geschichte, die ein E. A. Poe oder H. P. Lovecraft auf Speed geschrieben haben könnte, mit einer Art Humor, die einem Robert Asprin würdig wäre. James erzählt aus der Ich-Perspektive und so erlebt der Leser eine Hauptperson, die sich planlos in einen turbulenten Racheplan stürzt, als gäbe es kein Morgen mehr, sehr direkt und persönlich. Als ich den Roman gelesen habe, musste ich an Frank Schweizer denken, und seinen Roman Grendl. Angeblich ist es geplant, den Roman zu verfilmen. Wir werden sehen.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne

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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 17. Mai 2013

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