Das obige Buch gehört zu meinen Lieblingsneuerscheinungen in der Kinder- und
Jugendliteratur. Es beschreibt die "friedliche Koexistenz" zwischen
einem Wolf und einem Schaf. Der Wolf legt es darauf an, das Schaf aus dem
sicheren Stall zu locken, um es zu fressen, doch das Schaf merkt davon nichts.
Mit freundlicher Naivität und Liebenswürdigkeit "umgarnt" es den Wolf
und rettet ihm schließlich sogar das Leben... Der Wolf "verzichtet"
nun darauf, es zu fressen; offensichtlich hat er das kleine Schaf
liebgewonnen.
Ich habe selten ein witzigeres und skurrileres Bilderbuch voller Situationskomik gesehen. Geeignet ist es in der Tat erst für Kinder ab 7, die die hintergründige köstliche Ironie der Geschichte verstehen. Ich lernte sie auf einer Tagung des Regierungspräsidiums in Darmstadt, bei der neue Kinder- und Jugendliteratur vorgestellt und von Schauspielern des Staatstheaters Darmstadt liebevoll vorgelesen wurden, kennen und lieben und muss sagen: ich habe selten ein so wunderschönes Buch gelesen; Freundlichkeit überwindet "Misstrauen" und schafft "Vertrauen"; Gräben werden überwunden. Nun handelt es sich um ein offenes Ende; ganz eindeutig ist es nicht, ob sich nicht der Wolf noch eines anderen besinnt; aber auch er amüsiert sich über das Schaf und gewinnt es lieb; er möchte es nicht missen. Fazit
Wenn eine Geschichte über Toleranz und Vertrauen sowie die Überwindung von
Feind(-bildern) schon im Kindesalter vermittelt werden soll, so eignet sich
dieses Buch - wundervoll illustriert - in hervorragender Weise dazu. Unbedingt
empfehlenswert.
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