Jojo Moyes: Ein ganzes halbes Jahr

Ein ganzes halbes Jahr

Verlag: Rowohlt Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-499-26703-1

Preis: 0,69 Euro bei Amazon.de [Stand: 09. Dezember 2016]
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Louisa Clarke ist 27 Jahre und weiß nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Sie wohnt in einer Kleinstadt bei ihren Eltern und hat gerade ihren Job in einem Café verloren. Da bekommt sie das Angebot als Pflegekraft zu arbeiten. Will Traynor ist ein junger Mann, der auf der Sonnenseite des Lebens stand, bis ihn ein Motorradfahrer erfasst. Seitdem ist Will gelähmt und vollständig auf Hilfe angewiesen. Louisa fängt im Hause der Traynors an und muss erkennen, dass Will ein Scheusal ist, der ihr die Arbeit alles andere als leicht macht. Doch nach und nach kommen sich die beiden näher und es entwickelt sich eine Freundschaft, da Louisa scheinbar die einzige ist, die einen echten Zugang zu Will findet.

"Ein ganzes halbes Jahr" ist eines dieser Bücher, das einem schon beim Lesen bewegt und nach dem Ende noch lange nachhallt. Jojo Moyes' Roman ist keine platte Liebesgeschichte, sondern ein einfühlsamer, lehrreicher und melancholisch-humorvoller Roman. Sie thematisiert ganz hervorragend die alltäglichen Probleme von behinderten Menschen und greift dabei die Frage auf, in wie weit ein selbstbestimmtes Leben noch möglich ist. Gerade unter diesem Aspekt ist der Roman ein Genuss, da man sich beim Lesen immer wieder die Frage stellt, wie man selbst in einer solchen Situation reagieren würde.

Aus handwerklicher Sicht ist mir vor allem ein Aspekt sehr positiv aufgefallen: Die Autorin erzählt die Geschichte aus Louisas Sicht mit Hilfe eines Ich-Erzählers. In vereinzelten Kapiteln wechselt sie jedoch die Perspektive, um aus Sicht von Wills Eltern, seinem Therapeuten Nathan und aus Sicht von Louisas Schwester zu erzählen. Auch hier arbeitet Jojo Moyes mit einem Ich-Erzähler und schafft es dadurch, die Gedanken und Gefühle dieser Figuren besonders intensiv zum Ausdruck zu bringen. Überhaupt ist der Roman wirklich gut geschrieben. Die Autorin schafft es mit viel Sprachwitz die beiden so unterschiedlichen Protagonisten zum Leben zu erwecken. Nach und nach muss gerade Louisa erkennen, das ihr Leben bisher nicht so gelaufen ist, wie sie sich das vorgestellt hat. Dazu zählt vor allem auch die langjährige Beziehung zu ihrem Freund Patrick. Mit gefühlvollen Beschreibungen und tollen Dialogen lässt Jojo Moyes den Leser an der wachsenden Beziehung von Lou und Will teilhaben. Der Handlungsbogen steigert sich, da gerade zum Ende viele Gefühle angesprochen werden. Das Ende ist weder kitschig noch unglaubwürdig, sondern eine logische Konsequenz der hervorragend durchdachten Geschichte. Auch hier kann die Autorin auf ganzer Linie punkten.
Fazit
"Ein ganzes halbes Jahr" ist ein Roman, der im wahrsten und einfachsten Sinne zum Heulen schön ist. Jojo Moyes erzählt die bewegende Liebesgeschichte zweier ganz unterschiedlicher Menschen. Der Roman kommt ohne spektakuläre Höhepunkte aus. Vielmehr sind es die kleinen Begebenheiten, wie ein missglückter Rennbahnbesuch, die der Handlung den letzten Pfiff geben. Zielstrebig steuert die Geschichte auf ein Ende hin, das den Leser bewegt und Diskussionsstoff liefert. Auch wenn ich in diesem Jahr noch viele Romane lesen werde, vermute ich, dass es nicht allzu viel bessere mehr geben wird.
10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Krause [Profil]
veröffentlicht am 12. Mai 2013

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