Gill Lewis: Im Zeichen des weißen Delfins

Im Zeichen des weißen Delfins

Verlag: dtv [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Kinderbuch
ISBN-13 978-3-423-76074-4

Preis: 12,95 Euro bei Amazon.de [Stand: 06. Dezember 2016]
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Kara lebt mit ihrem Vater an der Küste Cornwalls. Seit Karas Mutter bei ihrer Arbeit als Meeresbiologin in der Nähe der Salomonen verschwunden ist, sind Jake und seine Tochter in ernsten Schwierigkeiten. Die Mutter hatte für ihre großen Pläne einen Kredit aufgenommen, den Jake nun abtragen muss. Von der Finanzierung einer Suchaktion nach der Mutter kann erst gar nicht die Rede sein. Jake kann sich selbst den Unterhalt seines Bootes "Moana" nicht mehr leisten, an dem auch Kara sehr hängt. Vater und Tochter mussten bei Jakes Bruder Tom unterschlüpfen, weil Jakes Einkommen nicht für die Miete reicht. Die Männer des Ortes leben vom Fischfang und sind abhängig von ihrem Arbeitgeber Dougie Evans, auch wenn einige die Schleppnetzfischerei direkt vor der Küste nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können. Kara und Jake mit ihrem Traum, das Riff direkt vor der Küste unter Naturschutz zu stellen, befinden sich gegenüber der Mehrheit in einer schwachen Position.

Am Strand findet Kara einen erschöpften jungen Delphin, der sich hoffnungslos in einem Stück Fischernetz verfangen hat. Das aufgeregte Muttertier müht sich vergeblich, das Jungtier wieder ins Meer zu geleiten. Von ihrer Mutter kennt Kara die wichtigsten Notfallmaßnahmen, um einen gestrandeten Delphin vor dem Austrocknen zu retten. Ihre Idee, den jungen Albino-Delphin in einem gemauerten Salzwasserbecken nahe der Flutlinie wieder zu Kräften kommen zu lassen, klingt pfiffig. Selbst wenn es gelingen sollte, das Jungtier zu retten und frei zu lassen - allein hätte es keine Überlebenschance. Wie sollen die freiwilligen Helfer den Kontakt zwischen Mutter und Jungtier wieder herstellen? Unerwartet findet Kara Unterstützung durch ihren neuen Mitschüler Felix. Felix als Körperbehinderter überrascht Kara mit seinem Interesse für das Meer und das Segeln.

Gill Lewis verknüpft ähnlich wie in Der Ruf des Kulanjango das persönliche Schicksal ihrer Hauptfigur mit dem eines in Not geratenen Tieres. Auch hier suchen Kinder und Erwachsene zunächst die Unterstützung der Öffentlichkeit, um dann gemeinsam tatkräftig eine Hilfsaktion in die Wege zu leiten. Kara und Felix bewähren sich in einer gefährlichen Situation und wachsen dadurch aus ihrer Außenseiterposition heraus. Kara und ihr Vater müssen darüber hinaus ihren Frieden mit dem Abschied von Karas Mutter machen.
Fazit
Die Abenteuer der Kinder an Cornwalls Küste lesen sich ausgesprochen spannend und verändern die Sicht auf einen Landstrich, der in deutschen Fernsehspielen übertrieben verkitscht dargestellt wird. Gill Lewis hat ein Händchen für stimmungsvolle Beschreibungen der wildromantischer Küste und ihrer tierischen Bewohner. Der Grundkonflikt zwischen Naturschutz und dem Fischfang als Existenzgrundlage wirkt hier unnötig dramatisch, weil das Auftauchen von Walen bisher immer dauerhaft für sichere Einnahmen aus dem Tourismus gesorgt hat. Auch Kara, Felix und die Erwachsenen werden diesen Zusammenhang vermutlich bald entdecken.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Die Spur des Mondbären

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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 07. Mai 2013

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