Sebastian Fitzek: Der Nachtwandler

Der Nachtwandler

Verlag: Droemer Knaur [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-426-50374-4

Preis: 9,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 04. Dezember 2016]
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Leon Nader wurde in seiner Jugend wegen massiver Schlafstörungen psychiatrisch behandelt. Lange Zeit glaubte er sich geheilt. Doch dann verschwindet seine Frau Natalie spurlos und in Leon keimen Zweifel auf. Haben seine nächtlichen Aktivitäten wieder angefangen? Leon will der Sache auf den Grund gehen. Mit Hilfe einer Kamera, die seine nächtlichen Unternehmungen aufzeichnet, will er die Ursachen erforschen. Doch was er am nächsten Morgen sieht, kann er nicht wirklich glauben.

Der Knaur Taschenbuchverlag feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag und veröffentlicht Neuerscheinungen verschiedener Bestsellerautoren. Dazu gehört auch der neue Roman des Berliner Psychothriller-Kings Sebastian Fitzek. In seinem neunten Roman nimmt er den Leser mit in die unheimliche Welt des Schlafwandlers Leon Nader. Auch wenn der Roman alle typischen Trademarks eines Fitzek-Thrillers besitzt, konnte mich der Roman nur bedingt fesseln. Sicher, Sebastian Fitzek hat ein ausgezeichnetes Gespür für packende Romanideen und weiß auch, wie man mit Cliffhangern die Spannung weiter schüren kann. Allerdings ist er bei diesem Werk ein wenig über das Ziel hinausgeschossen. Leon Naders Wandlungen zwischen Traum und Realität sind auch für den aufmerksamen Leser stellenweise nicht mehr ganz nachzuvollziehen. Immer wieder setzt er der Handlung eine weitere Spitze auf. Was ist Schein, was ist Sein? Mit diesen Fragen spielt Sebastian Fitzek sehr gerne in seinen Werken. Und was bei Romanen wie "Die Therapie" oder "Der Seelenbrecher" auch hervorragend funktioniert hat, konnte mich beim Nachtwandler nicht ganz überzeugen. Mit zunehmender Dauer fällt es dem Leser schwerer, dem jeweiligen Handlungspunkt zu folgen, zumal einige Szenen absurd, beinahe grotesk anmuten. Dieser Kritikpunkt wird durch das Ende ein wenig relativiert. Sebastian Fitzek stellt seine Handlungen gerne komplett auf den Kopf. So auch in diesem Roman. Doch auch hier gilt: hat das Rezept bei anderen Werken hervorragend funktioniert, gelingt dies beim "Nachtwandler" nur bedingt.

Vielleicht liegt dies auch in der Tatsache begründet, das man als fleißiger Leser des Berliners die Denk- und die Herangehensweise an seine Romane erkennt und durchschaut. Konnte mich Sebastian Fitzek mit seinen ersten Werken noch schwer beeindrucken, ahnte ich beim Nachtwandler schon sehr schnell, in welche Richtung die Geschichte wirklich gehen soll.

Auch stilistisch ist "Der Nachtwandler" ein typischer Fitzek. Über die Tatsache, das er einige Shades-Of-Grey-Elemente in diesem Roman verwendet, kann man streiten. Ansonsten ist sein Erzählstil gradlinig und überzeugend, ohne wirklich große Literatur zu sein. Aber diesen Anspruch hat der sympathische Berliner auch nie für sich erhoben.
Fazit
Auch in seinem neunten Roman bleibt Sebastian Fitzek seiner Linie treu und legt einen Psychothriller vor, der mit dem Leser spielt und ihn immer wieder in eine andere Richtung schubst. Das ist stellenweise verwirrend und etwas unglaubwürdig, funktioniert aber, wenn man noch nicht so viele Werke des Autors kennt. Insgesamt ist "Der Nachtwandler" ein durchschnittlicher Roman, den man lesen kann, von dem man aber nach der Lektüre sagt: Fitzek kann es besser! Vielleicht sollte er seinen kreativen Output ein wenig drosseln und sich für das nächste Werk etwas mehr Zeit nehmen.
5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne
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Vorgeschlagen von Michael Krause [Profil]
veröffentlicht am 03. April 2013

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