Joanne K. Rowling: Harry Potter und der Orden des Phönix

Harry Potter und der Orden des Phönix

Verlag: Carlsen Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Fantasy
ISBN-13 978-3-551-55555-7

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Wieder einmal sind Sommerferien, und die Harry-Potter-Saga steuert ihrem fünften und bisher längsten Kapitel entgegen - und zwar mit großen Schritten.
Gleich zu Anfang legt Rowling voll los: Harry wird von Dementoren im Ligusterweg attackiert, dann vom Zauberministerium angeklagt und schließlich um Haaresbreite freigesprochen. Sofort wird er in ein geheimes Versteck verfrachtet, in dem der neugegründete Orden der Phoenix gegen den wiederauferstandenen Lord Vol- verzeihung, Du-Weißt-Schon-Wen kämpft. Nach einer eher ruhigen Zeit, die Stimmung eher geladen, kehrt Harry nach Hogwarts zurück, um festzustellen, dass Madame Umbridge, eine seiner Hauptanklägerinnen, den Posten für die Verteidigung gegen die dunklen Künste innehat und die Schule auch noch als Hauptinquisitorin total umgestaltet - und das nicht zum Positiven.
Von da an überstürzen die Ereignisse sich dermaßen, dass der Leser nicht ganz mitkommt - Rowling übrigens auch nicht. Mal schreibt sie kapitelweise über Harrys DA-Orden, in dem die Schüler sich selbst die Fähigkeiten beibringen, die bei Madame Umbridge zu kurz kommen, dann entsteht auf einmal der Eindruck, DA hätten sich monatelang nicht getroffen. Rowling verliert den Überblick über ihr eigenes Buch, bevor sie alle Handlungsstränge schließlich mit einem wenig gekonnten Hieb abhackt und unelegant ins Finale im Zauberministerium übergehen lässt, dass allerdings wiederum eher an Nightmare in Elms Street erinnert.
Fazit
Mit sehr großen Erwartungen ging ich ans Buch - und wurde ehrlich gesagt voll enttäuscht.
Die Verspieltheit und Souveränität, mit der Rowling die ersten Bücher durchschrieb, geht total verloren, anscheinend unter dem Vorurteil des Kinder-Buchs leidend, setzt sie auf Gewalt, Mord und blutig beschriebe Metzelszenen als auf die Beschreibung neuer Details, wie sie mich persönlich in den ersten vier Bänden besonders fasziniert haben.
Das St-Mungo-Hospital und das Zaubereiministerium sind zwar Lichtblicke; auch die neuen Therestrals (wenigstens EINE neue Kreatur) sehr interessant - aber das war's auch schon wieder.
Das deutsche Jugendamt warnte vor dem Buch: "Düster, brutal, blutig". Ich glaubte nicht daran und wurde eines besseren belehrt. Rowling schreibt das Buch, als würde Harry erwachsen und damit der kindlichen Sichtweise entwachsen, mit der er die Welt vorher sah,, die Verspieltheit weicht dumpfem Realismus, eine vernünftig-rationale Sichtweise zieht sich durch das Buch wie der vergiftete Eckzahn eines Basilisken.
Doch für eine verzauberte Welt gibt es nichts Tödlicheres als Rationalisierung.
2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne
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Vorgeschlagen von Kristian Kühn [Profil]
veröffentlicht am 04. Dezember 2003

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