Phil Rickman: Die Gebeine von Avalon

Die Gebeine von Avalon

Verlag: Rowohlt Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-86252-001-5

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Es herrscht Panik am Hofe von Elisabeth I.: Der berühmte Astrologe Nostradamus hat den Sturz der jungen Monarchin vorhergesagt, sollte es ihr nicht gelingen, "die Knochen ihres Ahnherrn" zu finden. Hinter diesen Knochen befindet sich der Mythos um König Arthus. Etwa zur selben Zeit wird bekannt, man habe in der gewaltigen Ruine des ehemaligen Klosters von Glastonbury, irgendwo an der Strasse zwischen Bristol und Exeter, das lange vermisste Grab des sagenhaften Königs Arthus ausfindig gemacht. Sofort schickt Königin Elisabeth I. ihren engen Vertrauten und Hofastrologen Dr. John Dee auf die Suche nach Arthus Gebeinen. Der überaus gebildetete und fähige Dr. John Dee macht sich, getarnt als einfacher Beamter, mit dem Oberstallmeister der Königin Robert Dudley, dem angeblichen Liebhaber der Königin, auf Befehl der Königin auf. Es wird eine kurze und nicht sehr beschwerliche Reise in den Ort des Königsgrabes. Die Stadt entpuppt sich als eine Stadt der Geheimnisse. Die Glastonbury Abbey entpuppt sich als bedrohlich und mystische Ruine, die unter Elisabeths Vorgängern zerstört wurde. Seither ist der Aufenthaltsort der Königsgebeine unbekannt. Mit wem es die beiden Männer auch zu tun haben, ihnen wird schnell klar, eigentlich kann man niemanden trauen. Als Robert Dudley an einer seltsamen Fieberkrankheit erkrankt, bleibt John Dee nichts anderes übrig, als sich einen Wunderheiler zu suchen und diesem Mann zu vertrauen, seinen Begleiter von der Krankheit, die ihn heimsucht zu heilen. Statt des erwarteten Mannes handelt es sich zu seinem Erstaunen bei dem Wunderheiler um eine Wunderheilerin. Die Tochter des Wundheilers ist eine wunderschöne Frau und hat es John Dee angetan. Der verliebt sich in sie. Doch auch die junge Frau hat ihre Geheimnisse. Wie sich erst spät herausstellt, stammt die junge Heilerin von einer Hexe ab. Der Hexenwahn flammt erneut in Glastobury auf, von Unbekannten gesteuert und die Bewohner fordern Schuldige. In diesem Fall die Heilerin, die für die zur Zeit stattfinden grausamen Morde.
Fazit
Die Aufmachung des Romans ist gut geworden. Zwar mag ich diese Art von Flexcover nicht sonderlich, aber das Titelbild mit der Klosterruine als Foto, die dann in ein gemaltes Bild übergeht und die Schrift dazu, wirken überaus passend und vermitteln gleich eine düstere, mystisch-geheimnisvolle Stimmung. Die Skizze zu Beginn des Romans und die Informationen zu John Dee sind sehr hilfreich, um Person und Zeit zu verstehen. Phil Rickman erzählt die Geschichte durchgängig aus der Sichtweise von John Dee. Dabei erfährt der Leser sehr viel über den sagenhaften Arzt und Mystiker, um den sich bis heute viele Legenden ranken, in nur fünf Kapiteln. Phil Rickmann / John Dee schweift während seiner Erzählung häufig ab, philosophiert und stellt dabei einiges, auch aus unserer heutigen Sicht, in Frage. Er stellt sich rhetorische Fragen, an denen auch der Leser ein wenig zu "knabbern" hat. Innerhalb der ganzen Erzählung weiss der Leser nur, was auch John Dee erfahren hat. Phil Rickman scheint sich umfassend mit der Thematik des Zeitalters befasst zu haben. Die geschichtlichen Hintergrundinformationen, die für die Erzählung wichtig sind, erscheinen schlüssig und in allen Einzelheiten beschrieben. Sie ermöglichen dem Leser, sich ein genaues Bild von der Landschaft sowie den einzelnen Personen und ihren Gefühlen zu machen.
Der dazu passende Erzählstil ist ein wenig verschnörkelt, was zu einer dichten Atmosphäre führt. Anders als bei seinen Thrillern um Merrily Watkins geht er mit umfangreichen Nachforschungen an den Start. Um Geschichte authentischer wirken zu lassen, befleissigt sich der Schriftsteller eines altertümlichen Sprachstils. Daher befindet man sich schnell in der Welt des 16ten Jahrhunderts. Der schrullig-seltsame Mensch John Dee und sein Begleiter Robert Dudley sind sympathische Figuren, die die Erzählung tragen. Unter Berücksichtigung ihrer vorbestimmten Charakterisierung durch den Autor. Dennoch ist gerade Dudley derjenige, der etwas Humor (wenngleich typisch britisch und schwarz) in die Erzählung bringt. Dadurch, dass Rick Philman / John Dee viel zu erzählen hat, entsteht über viele Seiten hinweg der Eindruck, dass die Geschichte langweilig wird und sich nur noch zieht.
6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne
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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 22. März 2013

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