John Scalzi: Der wilde Planet

Der wilde Planet

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Science Fiction
ISBN-13 978-3-453-53399-8

Preis: 8,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 01. Januar 1970]
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Das Weltall, unendliche Weiten, das ist die Geschichte von Jack Holloway, einem Prospektor im Dienste der Zarathustra Corporation, lediglich begleitet von seinem Hund Carl. Holloway ist ein Zyniker und höchst zweifelhafter Mensch, der aus Prinzip gegen Vorschriften verstösst, weil er sie für Überflüssig erachtet. Da wo seine verbalen Argumente versagen, setzt er schon einmal die Fäuste ein. Allerdings geht er meistens als Verlierer aus einer Auseinandersetzung hervor. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn er als Einzelgänger unterwegs ist und lediglich seinen Hund Carl duldet.
Die Menschheit besiedelte die Galaxis und beutet die Galaxis aus, wie ehedem auf der Erde, werden die Rohstoffe der Planeten nach Kräften ausgebeutet. Nach seiner gescheiterten Karriere als Jurist auf der Erde, hält er sich von seiner Heimat fern. Im Auftrag der mächtigen Zarathustra Corporation untersucht er Planet für Planet auf Bodenschätze, die im grossen Massstab abgebaut werden können und für den Konzern einen lukrativen Gewinn versprechen. Für den Prospektor Jack Holloway ein einträgliches Geschäft. Jack Holloway wird anteilsmässig beteiligt, was für ihn durchaus gewinnbringend anzusehen ist. Als auf Zara XXIII, einem paradiesischen Planeten, ein in der Galaxis sehr selten auftretendes Material entdeckt wird, winkt für Jack plötzlich das große Geld. Allerdings wird ihm das Leben auf dem Planeten nicht leicht gemacht. Der erdähnliche Planet bietet in der Tierwelt einige Überraschungen parat. Die dort lebenden Reptilien sind sehr gewalttätig. Die Gefahr ist nicht zu unterschätzen. Da aber die Gewinne in astronomische Höhen zu gelangen versprechen, nimmt Jack Holloway dies gern in Kauf. Er findet zufällig eine Ader der wertvollen Sonnensteine, die innerhalb der Galaxis sehr begehrt, ihn zum Milliardär machen werden. Die nächste Überraschung basiert auf einer zufälligen Begegnung mit etwa katzengrossen Wesen in seiner vorübergehenden Behausung. Die Fuzzys, wie er sie nennt, ahmen ihn und seine Gewohnheiten nach. Sie fassen schnell zutrauen, droht doch keine Gefahr von ihm. In der Folge berichtet er seiner ehemaligen Lebensgefährtin, der Biologin Isabel Wangai, von diesen possierlichen Wesen. Isabel stuft die als Haustiere angesehenen Wesen jedoch sehr schnell als Intelligent ein. Diese Einschätzung weist für die Zarathustra Corporation fatale Auswirkungen auf, geht doch der Gewinn flöten, sobald sie den Planeten räumen. Eingestuft als Klasse III würde er zur Klasse IV werden. Denn so sind die Gesetze. Wer auf einem Planeten landet, auf dem intelligentes Leben herrscht, darf dort nicht nach Bodenschätzen wildern. Intelligente Lebensformen brächten Zarathustra in Bedrängnis, denn alle bisherigen Verträge über die Nutzung von Zara XXIII wären hinfällig.
Wheaton Aubrey VII., Eigentümer der Zarathustra Corporation, gedenkt nicht, den Gesetzen zu folgen, sondern versucht die Biologin mundtot zu machen. Wenn gekaufte Anwälte nicht dafür sorgen, dass Isabel Wangai sich ruhig verhält, dann gibt es immer noch Joe DeLise, einen korrupten Sicherheitsmann. Er ist auf Holloway nicht gut zu sprechen und ist ohne Skrupel bereit, ihm zu schaden, und wenn es den Tod von Isabel nach sich zieht. Eine logische Schlussfolgerung für ihn: Keine Fuzzys, kein Förderungsstopp, kein Holloway keine Fuzzys.
Fazit
Die Erzählung ist nicht neu und ich bin alt genug, die Originalgeschichte von H. Beam Piper noch zu kennen und gelesen zu haben. Es wäre sicherlich für den Leser des phantastischen Bücherbriefes zu sehen, wie Der kleine Fuzzy von H. Beam Piper (1904-1964) sich veränderte. Der Originalroman, zu dem es noch ein paar Fortsetzungen gibt, ist ein Vorläufer des Umweltschutzes, befasst sich mit der Diskriminierung (in diesem Fall die Fuzzys) und ist eine Anprangerung des Kapitalismus.
John Scalzi, der im Oktober auf Deutschlandtour war, ist ein schneller und routinierter Geschichtenschreiber, der ein schwungvolles Abenteuer nacherzählt. Der wilde Planet stellt keine Ausnahme dar. Die Geschichte plätschert auf den ersten hundert Seiten gemächlich dahin, bis es langsam spannend wird. In der Art stellt der Roman ein einfaches, unterhaltsames Planeten-Abenteuer dar, das sich dicht am Original hält und durch John Scalzis flüssigen Schreibstil gut gefällt. An sich ist ein Kritikpunkt sicherlich, dass dieser Roman ein Buch ist, über Menschen. Die Fuzzys, so niedlich sie auch sind und im modernen Vergleich an Ewoks erinnern, bleiben Nebendarsteller. Zudem wirkt die geschilderte Gerichtsverhandlung etwas an den Haaren herbeigezogen. Die Gerichtsverhandlung entspricht allen Klischees üblicher Gerichtssendungen, das Recht wird nach Lust und Laune verdreht, ein Anwalt erhebt Einspruch. Anders als in der Wirklichkeit endet diese Geschichte mit einem Sieg der Gerechtigkeit.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 12. März 2013

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