Elisabeth Büchle: Himmel über fremdem Land

Himmel über fremdem Land

Verlag: Gerth [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-86591-750-8

Preis: 16,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 09. Dezember 2016]
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Die Niederländerin Tilla van Campen geht eine Ehe mit dem Berliner Industriellen Joseph Meindorff ein. Ihre 13-jährige Schwester Demy muss Tilla nach Berlin begleiten, da sie künftig als Gesellschafterin für ihre Schwester agieren soll. Demy kann sich nur widerwillig an das strenge Regiment der Familie Meindorff gewöhnen. Gerade die Akzeptanz der Standesunterschiede fallen dem kleinen Wirbelwind schwer. Sie kann nicht verstehen, dass sie ihre Freunde, die sie im Berliner Scheunenviertel kennenlernt, nicht sehen kann. Lediglich Hannes, der jüngste Sohn der Meindorffs scheint zu Demy zu halten.

Mit ihrem neuen Roman hat sich Elisabeth Büchle einiges vorgenommen. Ist dies doch der Auftakt einer dreiteiligen Familiensaga zu Zeiten des Ersten Weltkrieges. Insgesamt spielt der Roman an drei Schauplätzen: Neben Berlin entführt uns Elisabeth Büchle noch nach St. Petersburg, wo Anki, die Schwester von Tilla und Demy, lebt und es geht nach Deutsch-Südwest Afrika, wo Philippe, der Pflegesohn der Meindorffs als Soldat stationiert ist und sich in die Einheimische Udako verliebt.

In ihrer Geschichte verarbeitet Elisabeth Büchle alles, was in dieser Zeit passiert ist: Politische Ränkespiele, Diamantenfelder, die gesellschaftliche Entwicklung. Wie die Autorin in ihrem Nachwort schreibt, war der Rechercheaufwand sehr erheblich. Die gesammelten Informationen hat sie sehr gut dargestellt, denn die damalige Zeit wird vor dem Auge des Lesers mehr als lebendig.

Die einzelnen Kapitel sind geschickt aufgebaut und man merkt, das die Geschichte der Meindorffs noch jede Menge Potential hat. Auch stilistisch legt Elisabeth Büchle einen ganz hervorragende Roman vor. Sowohl in den Dialogen, als auch in den Schilderungen der einzelnen Orte bietet der Roman großes Kino.

Warum es dann nicht zur Höchstwertung reicht? Im Vergleich zu ihrem letzten Roman "Der Klang des Pianos" konnte mich "Himmel über fremdem Land" nicht ganz so fesseln. Gerade im Mittelteil gab es einige Passagen, bei denen ich geneigt war, mit nur einem Auge zu lesen. Hier hat die Autorin in den beiden Folgebänden noch ein wenig Luft nach oben.
Fazit
Das alles ist ein Jammern auf durchaus hohem Niveau. "Himmel über fremden Land" ist der wirklich gute Auftakt einer Familiensaga, in der Elisabeth Büchle die Zeit um den Ersten Weltkrieg sehr anschaulich schildert. Fans kurzweiliger Historiengeschichten kommen hier auf ihre Kosten. Gespannt darf man der Fortsetzung im Herbst entgegensehen.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Michael Krause [Profil]
veröffentlicht am 09. März 2013

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