Nele Neuhaus: Schneewittchen muss sterben

Schneewittchen muss sterben

Verlag: Econ Ullstein List Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-548-60982-9

Preis: 9,95 Euro bei Amazon.de [Stand: 08. Dezember 2016]
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Der dreißigjährige Tobias Sartorius kommt nach 10 Jahren aus dem Gefängnis. Er soll auf der Kerb in seinem Heimatort, dem Bad Sodener Stadttteil Altenhain, zwei Mädchen aus Eifersucht ermordet haben. Das Urteil kommt aufgrund eines reinen Indizienprozesses zustande, da Tobias die Tat leugnet. Nach Verbüßung der Strafe kehrt er in seinen Heimatort zurück und stößt auf eine Mauer eisiger Ablehnung und Schweigens. Was wissen die Dorfbewohner? Da wird seine Mutter von einer Eisenbahnbrücke im benachbarten Sulzbach gestoßen und die Dinge eskalieren, die Schatten der Vergangenheit kommen ans Licht...

Der Krimi ist meines Erachtens durchaus spannend geschrieben. Der Leser fiebert bis zur letzten Seite mit und möchte die Auflösung des Falles wissen. In der Beurteilung der Story tue ich mich etwas schwer. Den ersten Teil der Handlung, vor allem die Atmosphäre in dem Dorf, in welches Tobias zurückkehrt, finde ich gut beschrieben, die Charaktere durchaus authentisch und glaubhaft.

Aber: der Krimi ist zu langatmig. Vor allem werden einige Dinge - etwa der Mordversuch an Tobias Mutter - nicht aufgeklärt. Warum wird dieser Mordversuch überhaupt begangen? Auch wenn man am Ende den Täter kennt, kennt man noch nicht den Grund für diese Tat. Wird hier also nur ein - plotmäßig überflüssiger - Spannungspunkt gesetzt? Das gleiche gilt für ein weiteres Motiv, welches erst am Schluss des Romans anklingt: ein Testament wird verändert und das Original dieses Testaments wird nicht vernichtet, sondern aufgehoben? Warum? Warum wird es nicht frühzeitig der Polizei zur Verfügung gestellt?

An diesen beiden - m.E. ungenügend aufgeklärten - Handlungselementen zeigt sich, dass der Krimi bei aller Spannung nicht genügend konstruiert und durchdacht erscheint, zumindest ging es mir so. Dies liegt m.E. daran, dass sich die Autorin zu sehr in Nebenhandlungen (etwa die familiären Beziehungen des ermittelnden Kripo-Teams um Oliver Bodenstein und Pia Kirchhoff) konzentriert und dabei einige Handlungsfäden aus dem Auge verliert.

Schade, denn die Story hatte m.E. durchaus Potential und war zu Beginn auch durchaus spannend - diese Spannung konnte aber letztlich nicht durchgehalten werden. Ein guter Krimi muss alle Handlungselemente lückenlos und zweifelsfrei aufklären. Und daran hapert es.
Fazit
Daher: einem gut gelungenen ersten Teil steht ein weniger gelungener zweiter Teil gegenüber und daher ist letztlich der Autorin kein guter, sondern lediglich ein mittelmäßiger Krimi gelungen, der trotz interessanter STory letztlich nicht restlos zu befriedigen vermag.
5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne
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Vorgeschlagen von Bernhard Nowak [Profil]
veröffentlicht am 24. Februar 2013

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