Roddy Doyle: Mary, Transey und die Reise in die Nacht

Mary, Transey und die Reise in die Nacht

Verlag: C. Bertelsmann Jugendbuch Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-570-15471-7

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Nahtoderfahrungen in Kinderbüchern gibt es immer wieder, wenn es darum geht, den Tod eines geliebten Menschen zu erfahren oder gar dabei zu sein. Dies gilt auch für die zwölfjährige Mary, weil ihre Grossmutter Emer im Sterben liegt. Die täglichen Krankenhausbesuche in Begleitung ihrer Mutter Scarlett sind für das Schulmädchen nicht einfach und bereiten ihr nicht nur Kummer, sondern sie sorgen auch dafür, dass eine Angst sich in ihr breit macht, die sie nicht ganz erklären und abstreifen kann. Weil aber auch ihre Freundin gerade weggezogen ist, fehlt ihr jemand, dem sie ihr Herz ausschütten kann. Mary erzählt den Lesern aus ihrer Sicht, wie sie in der schwierigen Lage mit der neuen Erfahrung umgeht. Ihre Grossmutter hat furchtbare Angst aus dem nächsten Schlaf nicht mehr zu erwachen. Hilfe erscheint unverhofft, als Mary dem Geist ihrer Urgrossmutter Anastasia, kurz Tansey genannt, trifft, die gekommen ist um ihrer Tochter Emer beizustehen. Die seltsam altmodisch gekleidete Frau erweckt auf der Stelle ihr Vertrauen. Sie hat auf der Erde noch die Aufgabe, ihrer Tochter und somit Marys Grossmutter Emer, die Angst vor dem Sterben zu nehmen. Scarlett ist ebenfalls in der Lage, den Geist von Tansey zu sehen. Tansey möchte hingegen ihre Tochter sehen, was nicht geht, wenn es hell wird, denn dann wird der Geist durchsichtig. Emer hatte ihre Mutter im Alte von drei Jahren an einer tödlich verlaufenden Grippe verloren und war immer in ihrer Nähe, zeigte sich jedoch nie.
Die vier Generationen Frauen haben wenige Augenblicke gemeinsam Zeit, um sich besser kennenzulernen. Und so kommt es, dass alle vier in einem Auto sitzen und eine Reise in die Vergangenheit unternehmen. Plätze aufsuchen, die mit besonderen Erinnerungen verhaftet sind.
Fazit
Das Titelbild ist gelungen und gefällt, weil es nicht aufdringlich, sondern dem Thema gerecht etwas zurückhaltend gestaltet ist. Das Buchinnere ist mit einigen Ornamenten verziert, die Schrift ist recht gross, also auch für Leseanfänger geeignet. Allerdings würde ich keine Kinder allein das Buch lesen lassen. Das angegebene Lesealter von zwölf Jahren ist daher durchaus berechtigt. Dem gleicht sich der Schreibstil an, der sehr einfach gehalten und manchmal etwas weniger fliessend zu lesen ist. Allerdings wirkt er dann auch sehr auffällig, weil durch den verringerten Wortschatz viele Wortwiederholungen stattfinden und dann wieder glatt für achtjährige Jugendliche geeignet ist. Sehr anrührend erzählt der Autor die Lebensgeschichten des Vier-Mädel-Hauses. Sehr schön charakterisiert schuf Roddy Doyle ein Buch, in dem es um Tod und Trauer geht, aber der Humor nicht zu kurz kommt. Es ist keine rührselige Geschichte, sondern das perfekte Buch, wenn es gilt, Kinder sich mit diesem Problem auseinandersetzen zu lassen.
Ein grosses Plus ist, dass der Übersetzer auf dem Titelbild genannt wurde. Das mag aber auch daran liegen, dass er ein erfolgreicher Autor ist.
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne

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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 13. Februar 2013

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