Henning Mankell: Mittsommermord

Mittsommermord

Verlag: dtv [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-423-20520-7
Preis: 10,90 Euro bei Amazon.de [Stand: 05. Juli 2008]

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Henning Mankells "Mittsommermord" ist für mich ein guter psychologischer Krimi, der die Spannung des Thrillers mit den gesellschaftskritischen schwedischen Krimis des Autorenpaars Sjöwahl/Wahlhöö kombiniert. Dieses ist mit Sicherheit Mankells düsterster Krimi, mich persönlich sehr an düstere Szenen Fjodor Dostojewskis erinnernd. Psychologisch meisterhaft und hervorragend. Aber: mir fehlen überzeugende Lösungen, die am Ende - mehr lustlos im Epilog - angedeutet werden. Zu viele Fragen bleiben für mich offen: Wie kam Svedberg auf die Spur des Mörders der drei Jugendlichen? Woher wusste er, dass sie tot waren? Wie kam der Mörder auf die Insel, wo er dann erneut mordete etc. Der gesamte Krimi baut ja auf einer einzigen Schlussfolgerung auf: Woher konnte der Mörder von seinen Opfern derart präzise Informationen erhalten? Die Lösung ist eindeutig, kommt jedoch relativ spät und dann - doch zu plötzlich. Sie fällt Wallander auf der Beerdigung seines Kollegen ein - ausgelöst durch eine zufällige Äußerung des Reichspolizeichefs. Die Aufteilung der 600 Seiten stimmt nicht - dann hätte der Autor, wenn er schon seine Spannung aus der z.T. quälenden Langatmigkeit der Ermittlungen zieht, meiner Meinung nach noch 50 Seiten dranhängen sollen und alle Fäden überzeugend aufklären müssen.
Fazit
Vom psychologischen Spannungselement her und der Entwicklung der menschlichen Charaktere ist dies sicherlich Mankells bester Krimi, von der Logik der Aufklärung her hat mir "Mörder ohne Gesicht" besser gefallen.

Vorgeschlagen von Bernhard Nowak [Profil]
veröffentlicht am 02. November 2003

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