Stephan Ludwig: Zorn. Vom Lieben und Sterben

Zorn. Vom Lieben und Sterben

Verlag: Fischer Taschenbuchverlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-596-19507-7

Preis: 8,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 05. Dezember 2016]
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Als Kollegen kann man Claudius Zorn nur hassen. Zorn, der im Hoheitsgebiet des Mitteldeutschen Tageblatts als Hauptkommissar bei der Kripo arbeitet, hasst dagegen seine Arbeit und eine lange Liste weiterer Dinge. Nur mit Schröder, seinem einzigen direkten Kollegen, kommt Zorn klar. Eine andere Wahl bleibt ihm nicht; denn Schröder ist stets hilfsbereit und pfiffig genug, um die gesamte Kriminaltechnik zu ersetzen. Seinen Chef erträgt er so gleichmütig wie die lästigen Aufgaben, die der ihm aufhalst. Mitten im heißen August stirbt ein Jugendlicher beim Mountainbiken im Wald durch einen heimtückisch gespannten Draht. Nach einer schweren Verletzung, die Schröder im vorigen Band der Krimireihe erlitt, wird Zorns bester Mann gerade rechtzeitig für den neuen Fall aus dem Krankenhaus entlassen. Als aus der Clique des getöteten Mountainbikers ein weiterer Jugendlicher unter spektakulären Umständen stirbt, nimmt Zorn das als persönliche Beleidigung. Zwei miteinander verknüpfte Todesfälle würden Zorn allein ohne Hilfe des emsigen Schröders völlig überfordern. Die Ursache beider Todesfälle muss in der ungewöhnlichen Clique Jugendlicher zu finden sein, zu der auch ein Mädchen gehört. Als während der Ermittlungen der Verdacht wächst, die Verbindung der Jugendlichen aus völlig unterschiedlichen Milieus könnte sexueller Missbrauch in ihrer Kindheit gewesen sein, verweigert Schröder zum ersten Mal in seiner Dienstzeit eine Anweisung des Chefs.

Im Laufe seines zweiten Falls pflegt Claudius Zorn weiter sein Image des alternden faulen Sacks, der sozial bereits mit einem einzigen Mitarbeiter überfordert ist. Als Leser füchtet man, dass der Hauptkommissar bei der Verfolgung von Straftätern über seine eigenen Füße fallen könnte. Zorns Launenhaftigkeit in persönlichen Krisen und sein grenzwertiges Benehmen im Umgang mit Zeugen wirft sogar die Frage auf, ob diesem Mann zu seiner eigenen Sicherheit das Tragen einer Dienstwaffe besser untersagt werden sollte.
Fazit
Auch der Charme des zweiten Zorn-Thrillers entfaltet sich aus dem Gegeneinander von Chef, Mitarbeiter und einer ehrgeizigen Staatsanwältin, die sich nicht damit abfinden will, dass Zorn die Kripo in der Öffentlichkeit wie eine Ansammlung von Idioten dastehen lässt. Der unentbehrliche Schröder macht in diesem Band eine erstaunliche Entwicklung durch, die die Neugier auf den folgenden Fall mit Zorn und Schröder kräftig anheizt.
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 07. Oktober 2012

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