Robin Gates: Dilmun - Jäger des ewigen Lebens

Dilmun - Jäger des ewigen Lebens

Verlag: Verlag Carl Ueberreuter [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Fantasy
ISBN-13 978-3-8000-5689-7

Preis: 16,95 Euro bei Amazon.de [Stand: 06. Dezember 2016]
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Die Geschichte, die sich im Untertitel mit Jäger des ewigen Lebens ankündigt, hat in mir eine ganz andere Erwartungshaltung geweckt, als sie letztlich vorstellte. Ich dachte eher an eine Geschichte wie Jäger des verlorenen Schatzes und wurde in dieser Hinsicht leider enttäuscht. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Geschichte dadurch an Faszination verloren hätte, es war nur anders zu lesen, als erwartet. Im Mittelpunkt steht nicht etwa das ewige Leben oder gar der Historiker Colin Rendall, ein Deutsch-Brite oder seine impulsive Studentin Annika Talbach. Den Beginn macht der Mann, der sich als Fotograf Claude Morlot ausgibt, in Wirklichkeit jedoch ein Araber ist, der schon seit Jahrhunderten auf der Erde wandelt. Unter dem Namen Ahmad al Kimiya geboren, lernte er bei einem Juden und erfuhr, dass er ausersehen war, den Garten Dilmun zu beschützen. Doch als sein Ende naht, soll er einen neuen Wächter nennen, der den Garten und die darin lebenden Wesen schützt.

Zurück zum Historiker Rendall und Studentin Talbach. Der Lehrer an der Uni hat Urlaub und gerät in eine Demo, an der sich zufällig Talbach beteiligt. Es kommt zu Auseinandersetzungen und beide fliehen vor der Polizei in eine kleine Galerie. Dort kauft Rendall eine grossformatige Fotografie, die er mit nachhause nimmt. Damit nimmt die Geschichte ihren eigentlichen Verlauf. Der Galerist wird überfallen,er wird an einen Stuhl gefesselt, und mit Benzin begossen seine Wohnung angezündet und er kann nur knapp entkommen. Unter den Schaulustigen des Brandes trifft er (warum eigentlich?) auf Annika. Gemeinsam warnen sie Colin, aber zu spät. Etwa zur gleichen Zeit befasst sich der Historiker Colin Rendall genauer mit seinem grossen Foto. Beim Betrachten erscheint ihm das Foto lebendig, er meint, die Wolken über den Himmel dahinziehen zu sehen. Als er mit der Hand die Fotografie anfasst, kann er in das Bild fassen.

Im zehnten Kapitel folgt ein weiterer logischer Bruch. Hier blendet zu einem Konzernherrn um, der diesen allein führt und sterbenskrank ist. Auf der Suche nach dem ewigen Leben hat Herr Vandenberg Leute angeheuert, die Dinge für ihn Suchen. Etwa ein Bronzetor und die drei Teile eines Schlüssels dazu. Wie aber hat Herr Vandenberg davon erfahren, wenn Herr Morlot zu Rendall und Talbach sagte, er hätte zu Niemanden gesprochen, dass er die Teile des Schlüssels versteckte.
Fazit
Entblättert man der Erzählung die Schale des hier und jetzt, so hätte der Kern der Geschichte, als Abenteuer-, Science Fiction-, Fantasy-, Historien- und sonstige Geschichte spielen können. Schön, dass mir zumindest eine schnulzige Liebesgeschichte zwischen Annika und Colin erspart blieb. Bleiben wir bei der Geschichte selbst, so bietet der Mann, der sich Robin Gates nennt, eine ordentliche spannende Unterhaltung. Die Hauptdarsteller Colin und Annika sind sehr gut beschrieben und entsprechen in ihrer sozialen Ausrichtung durchaus dem natürlichen Umfeld und sind keine Superhelden, sie rutschen in eine Lage, die sie nicht gewollt haben, aber das Problem durchaus lösen wollen. Die unterschiedlichen Seiten, Gut Ahmad, Colin, Annika und Böse Vandenberg, Sunda etc. und die beiden unterschiedlichen Völker des Gartens als dritte und vierte Partei, bieten reichlich Abwechslung.

Sicher ist die Grundidee, in ein Foto zu steigen seit Alice im Wunderland von Clive Staples Lewis oder Stephen R. Donaldsons Der Spiegel ihrer Träume, nicht mehr neu, bietet aber hinreichend Motivation, eine gelungene Geschichte zu erzählen. Mir persönlich gefiel dabei die Beschreibungen der Fotos recht gut, die plötzlich ein Eigenleben führten. In ihnen wurde es lebendig, Wesen traten auf, die man nicht erwartete und die ich eigentlich nicht brauchte. Doch gerade mit den beiden verfeindeten Völkern stellte sich mir eine Auseinandersetzung dar, die auf ein, etwas vorhersehbares Ende hinzielte. Andererseits war gerade diese Erzählung als zweiter Handlungsstrang die gute Möglichkeit, von der Haupthandlung abzuweichen und den Leser ein wenig mit Informationen und einer einleuchtenden Hintergrundgeschichte zu erfreuen.
5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne
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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 02. September 2012

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