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Eine neue literarische Stimme macht sich erfolgreich auf dem hart umkämpften
deutschen Krimimarkt bemerkbar. Während viele jahrelang erfolgreiche Serien wie
etwa Donna Leons Romane um den Commissario Brunetti aus Venedig schon seit
langem an Langeweile und immer mehr von dem Gleichen nicht zu überbieten sind,
hat der in Deutschland und in Frankreich lebende Bretone Jean Luc Bannalec sich
mit seinem ersten Roman, seinen ersten Fall für Kommissar Dupin mit einem sogar
von der etablierten Literaturkritik beachteten Paukenschlag zu Wort gemeldet.
"Bretonische Verhältnisse" ist ein Kriminalroman, der uns nicht nur einen kantigen, menschlich authentischen Kommissar mit einer eigenen, kritischen Meinung präsentiert, sondern auch eine überaus spannende und anspruchsvolle Handlung. Jahrelang hat er in Paris gelebt und gearbeitet, als er drei Jahre, bevor die Handlung des hier vorliegenden Romans beginnt, in den äußersten Zipfel der Bretagne strafversetzt wird. Wir wissen nicht genau, was der Grund war, aber es wird angedeutet, dass er gegen seine dortigen Vorgesetzten unbotmäßig war. Kommissar Dupin hat sich in Concarneu an der malerischen Südküste gut eingelebt, fühlt sich schon recht gut integriert in die dortige Gesellschaft, als eines Tages in dem Künstlerdorf Pont Aven ein Mensch ermordet wird. Der über 90 Jahre alte Pierre-Louis Pennec, Eigentümer und Betreiber des legendären Hotels Central, wird, übel zugerichtet, erstochen aufgefunden. Seit Generationen ist dieses Hotel in Familienbesitz. Es war Zufluchtsort nicht nur für den später berühmten Künstler Gauguin, sondern auch für eine ganze Schule von Malern, die es ihm nachmachten und sich dort ansiedelten. Und natürlich geht es in diesem ersten Band der neuen Reihe (Bannalec arbeitet bereits am nächsten) viel um Kunst, um Gauguin und seine Bilder, aber es geht auch um eine konfliktbeladene Vater-Sohn-Beziehung, um Familiengeheimnisse und wie so oft in Krimis um enttäuschte Liebe und um Habgier. Dupin hat eine an Maigret erinnernde Art zu ermitteln, die seine Mitarbeiter fast zur Verzweiflung bringt, und seine Vorgesetzten erst recht. Jean-Luc Bannalec nimmt mit dieser Figur jeden Leser sofort gefangen. Er überzeugt in der Charakterologie seiner Personen ebenso wie in der Kunst, einen langen Spannungsbogen zu halten, der den Leser auf zahlreiche Spuren führt, bevor endlich das Geheimnis gelüftet wird. Fazit
Das Buch ist der Anfang einer geplanten Reihe. Man wird sehen, wie sie sich
entwickelt. Während Donna Leon schon lange nichts mehr Neues schreibt, und auch
Martin Walker nach vier Bänden seines Chef de police Bruno etwas schwächelt,
macht Andrea Camilleri mit seinem Montalbano vor, wie man über fast zwei
Jahrzehnte ein immer hohes Niveau halten kann. Die nächsten Bände von Bannalec
werden uns darüber Aufschluss geben, ob er zu den einen oder den anderen gehört.
Bretonische Brandung. Kommissar Dupins zweiter Fall weitere Rezension zu diesem Buch schreiben Rezension als PDF-Datei speichern Direkt verlinken: http://www.buchtips.net/rez6742.htm weiterführende Links:
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