Auerbach & Keller: Tote Fische beissen nicht

Tote Fische beissen nicht

Verlag: Econ Ullstein List Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-548-61089-4

Preis: 9,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 09. Dezember 2016]
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Stille Tage in Chantilly - Bonne peche pour Pippa.

Stille Tage in Chantilly hatte sich Pippa Bolle gewünscht und vor allen Dingen Muße, sich mit der Übersetzung von Hemmingways biographischen Schriften zu befassen. Deshalb nahm sie freudig das Angebot ihrer Freundin Pia Peschmann an, sich dort ein paar Wochen um die Renovierung des Ferienhauses bei Chantilly-sur-Lac zu kümmern, das Pia zu erstaunlich günstigem Preis erworben hatte. Das Schnäppchenangebot hatte eine Ursache: Vor 25 Jahren war dort im Haus etwas Dramatisches geschehen und der damals 18 Jahre alte Jean Didier ist seither verschwunden, wurde vielleicht Opfer eines Verbrechens. Kein Wunder, dass dieses Gemäuer dem Preisverfall anheim fiel. Für Pippa, deren Domizil im "Vent Fou" gebucht war, wo sie von Pascal mit feurigen Blicken und kulinarischen Köstlichkeiten versorgt wurde, war die Aussicht auf eine Auszeit von der Transvaalstraße in Berlin gerade jetzt besonders verlockend. Über kurz oder lang würde dort Leo, ihr Verflossener, aufkreuzen, der just zu diesem Zeitpunkt die Scheidungspapiere erhalten haben musste und sicher nicht beherrscht reagieren würde. Ihren 40.ten Geburtstag konnte sie nachfeiern, das war kein Problem. So fuhr Pippa beschwingt in Richtung Südfrankreich und teilte diese Route mit einem Berliner Kleinbus, der den Anglerverein Kiemenkerle e.V. an Bord hatte und seinem diesjährigen Angler-Ausflugs-Ziel am Fuß des Montagne noir entgegensteuerte. Noch ahnte Pippa nicht, dass auch ihr alter Bekannter aus Schreberwerder, Kommissar Wolf Schmidt, ein Begleiter der munteren Angler war. An attraktiven Männern, die Pippa den Hof machten, fehlte es sowieso nicht, man musste nur erkennen, wer ein unehrliches Spiel trieb und damit gefährlich war, was in all den auftretenden Turbulenzen recht schwer fiel. Auch Leo, dem Pippa entgehen wollte, kreuzte noch in ihrem Umfeld auf und - last not least - wie immer bei der detektivisch begabten Pippa, gab es die obligatorische Leiche. Einer der fröhlichen Kiemenkerle fand ein kühles Ende und sogar Pippa drohte der nasse Tod. Diese erholsamen Tage in Frankreich könnten im Reisekatalog problemlos unter action-Urlaub angeboten werden.

Wunderbar ist wieder einmal die Begegnung mit Pippa, die mittlerweile eine absolute Fan-Gemeinde hinter sich hat. Ein kurzes Intermezzo geben diesmal sogar die beiden Schriftstellerinnen Auerbach und Keller. Amusant. Alle Protagonisten werden liebevoll entschlüsselt, im Zweifelsfall hilft dem Leser der Rückblick aufs Register. Alles liest sich flüssig und wie von selbst, man taucht mit ein in die Landschaft und die Lebensart der Romanfiguren, die dem Leser in kurzer Zeit vertraut sind. Es ist auf gemütliche Art spannend in Pippas Leben, unblutig und geistreich, humorvoll und ganz speziell.
Fazit
Grosse Unterhaltungsklasse war das dritte Abenteuer mit Pippa - man glaubt es nicht - aber es gab schon wieder eine Steigerung in dieser kunterbunten Kriminalstory, das lag nicht nur am neuen Land und neuer Leiche!
Das war ein perfekter Lesegenuss, der Anlass sein könnte, einmal auf Pippas französischen Spuren zu reisen - natürlich nicht gerade dann, wenn ein Kiepenkerl dort sein Leben läßt!
10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne

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Vorgeschlagen von brillenbaby [Profil]
veröffentlicht am 13. Juni 2012

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