Rona Jeffe: Das Beste von allem

Das Beste von allem

Verlag: Econ Ullstein List Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-548-28475-0

Preis: 9,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 05. Dezember 2016]
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Die Endstation der Sehnsucht für fünf junge Frauen scheint New York zu sein, die glitzernde, verlockende, freizügige amerikanische Metropole, in der sich zu Beginn des Jahres 1952 ihre Wege kreuzen. Es mag sein, dass die Anzeige in der New York Times, welche lautet "Sie verdienen das Beste von allem, den besten Job, die beste Umgebung, die beste Bezahlung, die besten Kontakte" eben vom Verlag Fabian Publications aufgegeben wurde, der dort in einem Wolkenkratzer über fünf klimatisierte Etagen hinweg seinen Sitz in Radio City hat. Hier konzentrieren sich die Hoffnungen der fünf verschiedenen Frauen auf einen beruflichen Neustart, der die unterschiedlichsten Beweggründe hat. Sie treffen einander zum erstenmal, tauschen die frühen Worte des Bekanntwerdens und werden von nun an morgens gemeinsam vom subway Richtung Fabians eilen, um pünktlich ihren Dienst anzutreten. Doch jede hat ihre eigene Vergangenheit zu bewältigen und ihren Zukunftstraum, der verwirklicht werden soll. Und das alles soll New York möglich machen, diese Stadt, in der man oft fröstelt, weil man so allein sein kann, selbst wenn die spektakuläre Weihnachtsbeleuchtung eingeschaltet ist, oder sich "one-night-Stands" und bedeutungslose Cocktail-Partys abwechseln. Welche dieser jungen Frauen eines Tages der quirrligen Stadt ihr Glück verdanken wird - ob Caroline, April, Gregg oder Barbara, oder aber am Ende Mary-Agnes, die einfach nur eine traumhafte Hochzeit erleben möchte, erfahren wir im Laufe dieses wunderbaren Romans.

Rona Jaffe, deren Debutroman von 1958 am 11.5.2012 als Neuübersetzung in Wiederauflage erschien, hat hier ein schriftstellerisches Meisterwerk geschaffen. Auf über 650 Seiten nimmt sie die Leserin mit in eine Zeit, die recht besonders war. Trotz einiger noch existierender Tabuthemen, wie Abtreibung, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und Scheidung fühlte man sich frei, war modisch orientiert, besaß berufliche Voraussetzungen, weiter zu kommen und deshalb startete man durch - und zwar ins Zentrum des Erfolges - nach New York. Was sich dort erfüllte, veränderte oder verloren ging, fesselt uns über den ganzen Roman hinweg. Mit wunderbarem, ausdrucksstarkem Einfühlungsvermögen läßt Rona Jaffe uns an jedem Schicksal teilnehmen, fordert die Zeit von uns, sich so detailliert mit den Protagonistinnen zu beschäftigen, wie sie es selber tut, und wir spüren eine erstaunliche Veränderung in uns. Wir - die eiligen "Hab-wenig-Zeit" - Menschen der Gegenwart genießen die auferlegte Muße, die man einfach benötigt, um diesem Wortgemälde gerecht zu werden.
Fazit
Es ist so, wie Rona Jaffe zum Ende in ihrem Nachwort schreibt: "Das Beste von allem ist ein soziologisches Dokument, aber es handelt auch von Veränderung: wie sich das Leben verändert, wie alles, was einem zustößt, etwas anderes verändert. Und das bleibt immer gleich."

Wieder einmal ein Buch, bei dem es mir schwerfällt, das letzte Blatt umzudrehen und es wegzustellen - vergessen werde ich es nicht.

Das sind die besten Bücher, die du begrüßt wie ein Gast und von denen du Abschied nimmst wie von einer Heimat.
10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne

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Vorgeschlagen von brillenbaby [Profil]
veröffentlicht am 05. Juni 2012

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