Gill Lewis: Der Ruf des Kulanjango

Der Ruf des Kulanjango

Verlag: dtv [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Kinderbuch
ISBN-13 978-3-423-76045-4

Preis: 1,14 Euro bei Amazon.de [Stand: 05. Dezember 2016]
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Callum McGregors Vater ist Schafzüchter in Schottland. Callum und seine Freunde waren bisher beim Herumstreifen und Angeln auf dem weiträumigen Farmgelände immer ungestört gewesen. Unerwartet taucht ein Mädchen im Revier der Jungen auf. Iona kann Forellen mit der Hand fangen und scheint die Farm besser zu kennen als Callum, der hier sein ganzes Leben verbracht hat. Unter dem Siegel der Verschwiegenheit vertraut Iona Callum an, dass sie einen männlichen Fischadler dabei beobachtet hat, wie er einen Horst vorbereitet, um ein Weibchen anzulocken. Callum fällt es nicht leicht, zum Schutz der Greifvögel das Geheimnis für sich zu behalten. Als die Adlerdame, die von Iona Iris getauft wurde, sich unglücklich in einer Angelschnur verfängt, müssen die Kinder ihr Schweigen brechen, damit Hamish, der Naturschützer aus dem benachbarten Reservat, das Adlerweibchen befreien kann. Hamish beringt den Greifvogel und legt ihm einen Satellitensender an.

Auf alten Familienfotos erkennt Callum, dass auf dem Land seiner Eltern schon vor hundert Jahren Seeadler nisteten. Als die Vögel sich im Herbst auf den Weg in ihr Winterquartier in Afrika machen, verfolgt Callum auf google earth Iris Weg und trägt die ermittelten Koordinaten in ein Tagebuch ein. In Gedanken stellt er sich vor, was der Greifvogel unterwegs erleben könnte. In einem Mangrovensumpf in Gambia scheint Iris Reise plötzlich beendet zu sein; der Sender ist verstummt. In großer Sorge versendet Callum Mails an Hotels und Institutionen in der Gegend, aus der das letzte Signal gesendet wurde, um an Ort und Stelle Hilfe für den "Kulanjango", den Seeadler zu finden. Eine Antwort kommt per Mail von Jeneba, einem Mädchen, das Patientin eines kleinen Krankenhauses in Gambia ist. Der Kontakt nach Afrika mündet für Callum, seine Freunde und den ganzen Ort in einer aufregenden Begegnung.
Fazit
Callums Erlebnisse mit einem Seeadlerpaar finde ich für die Zielgruppe von 7 bis 11 Jahren sprachlich weniger gelungen. Callums Begleitung des Seeadlerweibchens in seinen Gedanken ist zwar typografisch als Phantasie des Jungen herausgehoben, klingt jedoch wie eine Landschaftsbeschreibung der erwachsenen Autorin. Ein Grundschüler möchte vermutlich lieber wissen, was aus dem Seeadlerjungen wird, wenn seine Eltern nach Afrika fliegen, als den - für Kinder langweiligen - poetischen Landschaftsbeschreibungen zu folgen. Die Vogelflug-Passagen zeigen die menschliche Vorstellung und nicht die Wahrnehmung eines Vogels, der z. B. Farben anders wahrnimmt als Menschen.

Von Texten für Kinder erwarte ich vorbildliches Deutsch und habe mich deshalb im letzten Viertel des Buches über einige Fehler geärgert. Zu wörtliche Übersetzung (Ich möchte eine Ärztin werden, S. 170) oder eine Vogelkralle, die zur Klaue wird (S. 219), erwecken den Eindruck, dass Übersetzer und Lektor zum Ende des Textes die Lust verloren haben.
5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 23. April 2012

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