Maximilian Buddenbohm: Marmelade im Zonen-Randgebiet

Marmelade im Zonen-Randgebiet

Verlag: Rowohlt Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-499-62803-0

Preis: 8,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 04. Dezember 2016]
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Ein ungeschriebenes Gesetz sorgte dafür, dass alle aus Maximilian Buddenbohms Lübecker Abitur-Jahrgang nach Abschluss der Schule die Stadt verließen. Den Erzähler zieht es nach Hamburg, auf der Suche nach einem Soundtrack für seinen Lebensfilm. Er beginnt in einer Firma für Marktforschung zu arbeiten. Er weiß noch nicht als was, nur dass in Bürojobs die Frauendichte erfreulich hoch sein soll. Die Chefin, obwohl exzentrisch, steht offenbar doch mit beiden Beinen im Leben; denn sie fordert von Maximilien den Abschluss eines Studiums, egal in welchem Fach. Einen Studierten bezahlt sie besser, wohl weil er Durchhaltevermögen bewiesen hat. Morgens Marktforschung, nachmittags ein Job im Antiquariat und dazwischen pro forma ein paar Vorlesungen. Herbert, der Antiquar, überlebt in seiner Nische, obwohl die Ausgaben für den täglichen Kaffee oft die Bareinnahmen übersteigen. Eines Tages tritt eine atemberaubend schöne Frau ins Leben des Antiquars, seiner Hilfskraft und des einzigen Stammkunden: Stella. Das Lebens-Motto der Marktforschungs-Chefin gilt inzwischen auch für den Jungen aus Travemünde. "Hier ergibt sich immer alles". Wegen Stella ergibt es sich, dass Maximilian aufs Land zieht, ins ehemalige Zonenrandgebiet. Er pendelt nun täglich mit der Bahn nach Hamburg, offenbar der einzige Mieter aus seinem Haus, der einen bezahlten Job hat. Den nächsten Schritt tun Stellas Katzen, die den Eindringling aus dem Haus mobben. In der letzten der Geschichten vom Erwachsenwerden analysiert Maximilian, geschwächt von einer Lebenskrise, seine Art die Bücher ins Regal einzuräumen, die nach seiner Erfahrung die aktuelle Lebensetappe am besten charakterisiert.
Fazit
Maximilian Buddenbohm gesteht seinem Protagonisten eine nach oben nicht begrenzte Phase des Heranwachsens zu. Sehr stimmungsvoll löst der Autor zwei Rätsel der Neuzeit, wovon ein Antiquar lebt und was man östlich von Hamburg anfangen kann, außer samstags das Treppenhaus zu putzen. Die zurückhaltende, leicht melancholische Stimmung des Buches hat mich sehr angesprochen. Buddenbohm zeigt sich in seinem zweiten Band mit Erfahrungen aus der Provinz als ernsthafter Erzähler, der "die Ruhe wech" hat.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 28. Februar 2012

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