Donna Morrissey: Leuchtfeuer

Leuchtfeuer

Verlag: dtv [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-423-24900-3

Preis: 14,90 Euro bei Amazon.de [Stand: 09. Dezember 2016]
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Am Krankenbett von Sylvanus Now (Der Geruch von Salz) treffen sich seine Frau und seine erwachsenen Kinder. Sylvanus, der sich als Holzfäller und Fischer vor keiner schweren Arbeit scheute, hat beim Robbenfischen einen Herzinfarkt erlitten. Sylvanus Frau Adelaide hasste als Mädchen das Meer und wollte unbedingt aus ihrem neufundländischen Heimatdorf heraus. Ihre Liebe zu Sylvanus führte sie nur bis ins Fischerdorf Cooney Arm. Tochter Sylvie ist in ihrer Dickköpfigkeit der Mutter sehr ähnlich. Nachdem drei Kinder der Nows als Babys starben, konnte Adelaide für Sylvie keine Mutter-Gefühle entwickeln und gab sie zur Oma, die mit den Nows auf einem Grundstück lebt. Addys innigere Beziehung zu den beiden jüngeren Söhnen war für Sylvie als Kind nur schwer zu ertragen. Sylvie ist gerade aus Alberta in die Heimat zurückgekehrt. Nach dem Abschluss ihres Studiums arbeitet sie dort als Kellnerin auf einem Ölfeld der Provinz im Westen Kanadas, um schnelles Geld zu verdienen.

Sylvanus schwere Krankheit richtet nun den Blick wie ein Brennglas auf die Probleme der Nows. Wegen der Überfischung des Atlantik ist die Familie bereits einmal mitsamt ihrem Holzhaus umgesiedelt. Sylvanus kann seine Familie nur ernähren, solange er Geld mit Holzfällen und Fischen verdient. Sollte er wieder gesund werden, ist dieses Leben vorbei. Chris, der ältere Sohn, ist nicht für das harte Leben an der Küste gemacht. Schon Sylvanus Vater ist auf See tödlich verunglückt. Weil er kein Grab hat, kann seine Frau ihn nicht gehen lassen und glaubt, dass er noch immer im Haus spukt. Sylvie ist für Großmutters Geschichten sehr empfänglich und spürt wie sie in verlassenen Häusern die ehemaligen Bewohner spuken.

Sylvie versucht schon lange, ihren verträumten Bruder zu einem Kunststudium zu überreden. Sylvanus sieht die Dinge realistisch. Er weiß, dass Chris ihm das Dach nicht abdichten wird, wenn er es selbst einmal nicht mehr kann. Nur Adelaide macht sich etwas vor, indem sie darauf beharrt, dass Chris mit dem Vater gemeinsam arbeiten wird. Um den Lebensunterhalt zu verdienen, müssen junge Leute außerhalb Neufundlands arbeiten. Mutter Adelaide müsste ihre Tochter gut verstehen und hätte dennoch die Familie am liebsten unter ihrem Dach versammelt. Chris fühlt sich nun verpflichtet, die Eltern zu unterstützten, weil doch Sylvie bereits Neufundland verlassen hat. Der jüngere Sohn Kyle ist noch ein Kind. Während der Vater sich nur sehr langsam von seinem Herzinfarkt erholt, fällt Chris eine Entscheidung, die fatale Folgen haben wird. Er bewirbt sich um einen Job auf dem Ölfeld von Grand Prairie, wo auch Sylvie und zwei Jugendfreunde der Geschwister arbeiten.
Fazit
Donna Morrissey zeigt mit ihrem kraftvollen, bewegenden Roman eine Familie an der neufundländischen Küste, die von ihren Kindern erwartet, was hier seit Generationen zum Überleben notwendig ist. Doch die alten Werte können mit dem Strukturwandel in der Gegend nicht mithalten. Sylvie muss schmerzhaft erkennen, dass sie für ihren erwachsenen Bruder nicht mehr verantwortlich ist. Den rauhbeinigen Gesellen ihres Familienromans gibt Donny Morrissey eine authentische Sprache, die Miriam Mandelkow treffend ins Deutsche übertragen hat.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 20. Februar 2012

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