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"Das Rumoren der verschluckten Welt, die Unverwüstlichkeit von menschlicher
Arbeit und von love politics, der Kältestrom, die unsichtbare Schrift der
Vorfahren - das sind die Themen. DAS FÜNFTE BUCH heißt dieser Band, weil er im
Dialog mit den vorangegangenen vier Bänden meiner Erzählungen steht. Wie in
meinem ersten Buch, das ich 1962 veröffentlichte, geht es um LEBENSLÄUFE. Die
Geschichten sind teils erfunden, teils nicht erfunden." (Aus dem Vorwort
des Buches)
Alexander Kluge ist seit Jahrzehnten einer der wichtigsten und originellsten Intellektuellen in Deutschland. In seinem letzten, 2011 erschienenen Buch "Das Bohren harter Bretter" fragte er in "133 politischen Geschichten" nach den Werkzeugen, die politisch agierenden Menschen in der Vergangenheit und der Gegenwart zur Verfügung standen und stehen. Er fragt sich als Literat, wie man davon erzählen kann, wie sich das "Politische", mit dem er sich auch in seinem Gesamtwerk immer wieder beschäftigt (vgl. vor allem das mit Oskar Negt geschriebene große Werk "Geschichte und Eigensinn") beschreiben lässt. Dabei benutzt er wie schon damals einen weiten Politikbegriff. Kluge nennt die Politik einen "besonderen Aggregatzustand alltäglicher Gefühle". Sie sei überall anzutreffen und bewege die privaten Lebensläufe genauso wie die Öffentlichkeit. In seinem hier vorliegenden, mit zahlreichen schwarz-weiß-Fotos versehenen neuen Buch "Das fünfte Buch. Neue Lebensläufe. 402 Geschichten" erzählt er, einen weiten Bogen von der Antike bis zur aktuellen Gegenwart spannend, und berühmte wie unbekannte Menschen beschreibend, davon. Er nennt seine Lebensläufe "Behausungen, wenn draußen Krise herrscht." Wie in seinen bisherigen Geschichten auch, treibt Alexander Kluge der Gedanke um, wie er durch sein Erzählen die Bereitschaft von Menschen, aus dem eigenen Leben und dem Leben anderer Menschen etwas zu lernen, fördern kann. In allen seinen Büchern, auch den eher philosophischen mit Oskar Negt, geht es immer darum, diese Lernbereitschaft wach zu halten und weiterzuerzählen. Hier liegt wohl auch der Grund seiner docta spes verborgen, mit der er immer wieder gegen den von Ernst Bloch so genannten Kältestrom in der Geschichte anschreibt. Fazit
Geschichten sind das, voller Überraschungen und tiefer Erkenntnis, auf
sprachlich hohem Niveau. Ihre Lektüre ist, wie bei Kluge immer, ein
intellektueller Genuss.
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