Anders de la Motte: Game

Game

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-453-40856-2

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Als Henrik Petterson im Zug nach Stockholm ein Handy findet, steckt er es ein, um es zu Geld zu machen. Immer wieder erscheint auf dem Display die Frage: "WANNA PLAY A GAME?" Zunächst hält Henrik es für einen Scherz, doch schließlich drückt er auf "YES". Schritt für Schritt folgt er den Spielanweisungen, die auf dem Display erscheinen. Das ganze verspricht ein Riesenspaß zu werden, zumal Henrik mit dem Spiel auch noch Geld verdienen kann. Jeder Auftrag zieht eine Belohnung nach sich und jeder Erfolg wird in einer Highscoreliste mit entsprechenden Bewertungen gefeiert. Bewertungen nach denen Henrik, der sein Leben nicht wirklich auf die Reihe bekommt, sehr schnell süchtig wird. Doch plötzlich läuft das Spiel aus dem Ruder. Nach einem spektakulären Auftrag wird Henrik von der Polizei geschnappt. Entgegen der Regel niemandem von dem Spiel zu erzählen gesteht Henrik alles - und löst eine Lawine aus. Plötzlich ist er wieder im Spiel, doch der Einsatz ist jetzt besonders hoch - nämlich sein eigenes Leben!
Anders de la Motte ist Sicherheitschef eines Technologie-Unternehmens und hat mit "Game" sein Romandebüt vorgelegt. Ein Debüt, dass von der Schwedischen Krimiakademie als Bestes Krimidebüt im Jahr 2010 ausgezeichnet wurde. Eine Ehrung, die völlig zu Recht ausgesprochen wurde.

Ähnlich wie der Brite Simon Kernick zieht Anders de la Motte den Leser sofort in die Handlung hinein. Es gibt keine Aufwärmphase. Mit dem Fund des Handys beginnt nicht nur für Henrik Petterson ein Strudel aus unglaublichen Ereignissen. Auch der Leser hängt gebannt an den Buchseiten und taucht Stück für Stück in die Welt eines ungewöhnlichen Alternate Reality Games ein. Um die Spannung weiter anzuheizen, hat der Autor noch eine zweite Hauptfigur geschaffen: Rebecca Normén ist Personenschützerin und trägt ein dunkles Familiengeheimnis mit sich herum. Wie diese beiden Figuren zusammengehören sei hier nicht verraten, da der Roman gerade in der ersten Hälfte einen Großteil seiner Spannung auch aus dieser Frage zieht. Mit hervorragend gesetzten Cliffhangern wechselt Anders de la Motte die Szenen und zwingt den Leser dadurch zum Weiter lesen.

Mit Henrik Petterson hat der Autor einen sympathischen Antihelden geschaffen, der durchaus die Handlung stemmen kann. Immer wieder lässt er seine Figur ein paar englische Filmzitate oder Aussprüche sagen, die im Verlauf des Romans ein wenig nerven. Gerade zum Schluss treten sie etwas gehäuft auf.

Großer Pluspunkt ist die Tatsache, dass die Handlung niemals langweilig wird. Ich habe bisher wenige Debütromane gelesen, die über die gesamte Romanlänge die Spannung so ausgezeichnet am Kochen halten. Überaus interessant gelingt es Anders de la Motte Themen wie Cyberkriminalität oder Terrorismus in seine Geschichte einzubinden. Sicher, strenge Kritiker werden den einen oder anderen Makel finden, doch letztlich ist "Game" kein Sachbuch, sondern ein Thriller und soll unterhalten. Und das macht der Roman ganz ausgezeichnet.
Fazit
Mit "Game" legt der Schwede Anders de la Motte ein hochspannendes Debüt vor. Gerade die ersten 250 Seiten lesen sich wie im Flug weg. Schön ist, dass diesem Debüt auch zum Ende nicht die Luft ausgeht. Wer nicht unbedingt einen literarisch höchstanspruchsvollen Thriller sucht, kann bei diesem Roman nichts falsch machen.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Krause [Profil]
veröffentlicht am 21. Oktober 2011

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